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Im Finden von Bewegtbildern im Web wittern Suchmaschinen-Betreiber große Geschäftspotenziale

AOL kauft Truveo

Betreiber von Nischensuchmaschinen sind derzeit beliebte Übernahmekandidaten: Immer mehr große Suchportale kaufen solche Kleinunternehmen auf, um die eigenen Such-Features möglichst schnell zu erweitern. Jüngstes Beispiel ist die kalifornische Videosuchmaschine Truveo: CEO Tim Tuttle und CTO Adam Beguelin, die erst im Januar 2004 im kalifornischen Burlingham ihr Unternehmen gründeten, stellten im September 2005 den ersten Entwurf ihrer Videosuch-Technologie vor. Da schnappt schon Branchen-Riese AOL zu und verleibt sich das Unternehmen ein – ohne den Übernahmepreis offiziell nennen zu wollen.

Truveo nutzt für die Videosuche eine eigene Webcrawling-Technologie namens "Visual Crawling", die Video-Websites im Internet in Echtzeit durchsucht. Seine Stärke liegt Unternehmensangaben zufolge in der automatischen Erkennung von Videodateien in dynamischen Websites. Genau diese Aufgabe habe die Entwicklung anderer Webcrawler bislang vor unlösbare Probleme gestellt. In den kommenden Monaten will der Online-Dienst, der sich durch die Übernahme des Unternehmens Singingfish aus Seattle und dem Launch einer Videosuche im Juni 2005 schon früh mit dem Thema Bewegtbildsuche auseinandersetzte, Truveo in die eigenen Dienste integrieren. Ziel sei es, die Besucher stets mit den aktuellsten Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungsvideos zu versorgen.

Auch Google kündigte jüngst auf der Fachmesse CES in Las Vegas an, an einer Videosuchmaschine zu basteln. Inwieweit das die erst im Dezember beschlossene Werbepartnerschaft zwischen Google und AOL betrifft, bei der AOL seine Inhalte Google-Nutzern zugänglich machen will, bleibt zunächst offen. dp z

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