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Tagging

Aktenordner zum Ablegen und Wiederfinden von Notizen und Informationen finden sich in Zukunft vielleicht noch in verstaubten Archiven. In der digitalen Welt setzt sich jedoch mehr und mehr eine andere Form von Ablegesystem durch: das Tagging. Im Klartext heißt das: Dateien wie Fotos, Word-Dokumente, E-Mails, Weblinks und Ähnliches werden mit kleinen Schlagwortetiketten versehen, nach denen später gesucht werden kann. Ein Beispiel: Möchte ein Internet-Nutzer ein Urlaubsfoto aus seinem letzten Spanien-Urlaub digital ablegen, auf dem seine Ehefrau Carina zu sehen ist, so könnte das entsprechende Tag "Spanien" und "Carina" heißen. Will der Hobbyfotograf sich später seine Urlaubsfotos wieder anzeigen lassen, gibt er in eine Suchmaske "Spanien" ein und bekommt alle Spanien-Fotos angezeigt. Eine Suche nach "Carina" hingegen zeigt alle Fotos seiner Frau, darunter auch das Spanien-Bild. Der Vorteil des Taggens gegenüber der Ordner-Ablage wird damit deutlich: In einem Ordner kann eine Information nur einmal abgelegt werden – es sei denn, sie wird aufwendig kopiert –, beim Taggen kann sie einfach in verschiedenen Kontexten dargestellt werden.

Vor allem im Zusammenhang mit Web 2.0 ist immer mehr vom Tagging die Rede. Denn um mit anderen Nutzern Inhalte auszutauschen, müssen diese sie erst einmal finden. Ein hierarchisches Ordnersystem würde hier schnell an Übersichtlichkeit verlieren, Tags hingegen optimieren die Auffindbarkeit. Kein Wunder also, dass viele Web-2.0-Lösungen inzwischen auf Tagging-Basis arbeiten, sei es der Online-Bilderdienst Flickr.com, die Link-Sammlung Del.icio.us oder das neue Wissensforum Lycos IQ. Hingegen zeigt Google mit seinem E-Mail-Dienst Gmail, dass Tags auch die eigene Ablage erleichtern. Allerdings muss jeder Nutzer für sich selbst erst eine geeignete Methode finden – der altgediente Archivar hat hier sicherlich einige gute Tipps parat. dp

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