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Die Paranoia der Verbraucher

Bis zu 50 Prozent aller Internet-Nutzer, so schätzen Experten, löschen innerhalb von 30 Tagen sämtliche Cookies von ihrem Computer. Das ist äußerst dumm für alle Teilnehmer an Affiliate-Marketing-Maßnahmen. Denn nur durch Cookies lässt sich feststellen, dass der Kunde, der heute auf Amazon ein Buch kauft, vorgestern auf Ihrer Seite die Rezension dazu gelesen hat. Und wieso kommt ein Durchschnitts-Surfer auf den Gedanken, seine Cookies zu löschen? Na, zum Beispiel deshalb, weil in der Frauenzeitschrift "Brigitte" ein Ratgeber-Artikel erschienen ist, der den Leserinnen nahe legt, genau dies zu tun, um ihre Privatsphäre zu schützen. Hand aufs Herz: Wann haben Sie Ihren Kunden das letzte Mal erklärt, was Cookies sind, wozu Sie sie brauchen und was der Kunde davon hat? Wenn Sie wollen, dass der Kunde seine Cookies angeschaltet lässt, müssen Sie ihn überzeugen, dass das sinnvoll und ungefährlich für ihn ist. Diese Aufgabe sollten Sie keiner Frauenzeitschrift überlassen und auch keinem Privat-Sender, der mit Skandalen Quote machen will. Ein mangelndes Sicherheitsgefühl ist für viele Menschen der wichtigste Hinderungsgrund für die Nutzung von Online-Angeboten. Diese Ängste müssen ernst genommen werden. Wie es nicht geht, zeigen uns die Banken: Die Medien sind voll mit reißerischen Berichten über Passwortklau (Neudeutsch: Phishing), und fast jeder von uns findet regelmäßig betrügerische Mails in seinem Briefkasten, mit denen ihm die Zugangsdaten für das eigene Bankkonto abgeluchst werden sollen. Dass es überhaupt möglich ist, das PIN/TAN-Verfahren so leicht auszuhebeln, ist eine Schande für jede Bank, die damit arbeitet. Und dass solche Mails nicht im Spam-Filter landen, ist eine Schande für jeden Provider. fk

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