INTERNET WORLD Business




Zwei Filmportale verkaufen Hollywood-Movies jetzt online

Digitaler Filmvertrieb

Sechs große Hollywood-Studios haben damit begonnen, ihre neuen Filme über das Internet-Portal Movielink.com zu verkaufen. Zugriff haben allerdings nur US-amerikanische Nutzer. Das 2002 gestartete Filmportal Movielink vertreibt seit Anfang April Titel in digitaler Form von MGM, Paramount, Sony Pictures Home Entertainment, Twentieth Century Fox, Universal und Warner Brothers. "Brokeback Mountain" wird der erste große Film sein, der gleichzeitig über das Filmportal im Web und als DVD auf den Markt kommt. Auch die Titel "King Kong", "Stolz und Vorurteil", "Harry Potter" und "Walk the Line" werden im Lauf des Jahres über Movielink.com digital verkauft. Neuerscheinungen kosten zwischen 20 und 30 Dollar, ältere Titel rund zehn Dollar.

Die heruntergeladenen Filme können zwar auf einer DVD gespeichert und auf zwei weitere Rechner übertragen, jedoch nicht auf einem herkömmlichen DVD-Player abgespielt werden. Deshalb ist es schwierig, sie mit dem Fernsehgerät anzusehen. Der hohe Preis und diese Begrenzung dürften die Attraktivität der Downloads einschränken, vermuten Experten. Movielink.com-Chef Jim Ramo erklärt, dass nur 15 Prozent der Kunden, die bisher über das Portal Titel mieteten, die Filme über den Fernseher abspielen. Ein Drittel nutze dazu das Notebook, der Rest einen PC.

Das Online-Filmportal Cinemanow verkauft seit kurzem ebenfalls Filme von MGM, Sony Pictures Home Entertainment und Lionsgate. Bisher bot das Filmportal in den USA ein Pay-per-view- und ein Abonnement-Modell an. Jetzt ist der Vertrieb von digitalem Content dazugekommen. Auch bei Cinemanow können nur amerikanische Nutzer die derzeit rund 85 Titel herunterladen. Der Preis für die Neuerscheinungen und beliebte ältere Blockbuster bewegt sich laut Unternehmensangaben zwischen 9,95 und 19,95 Dollar. Für eine begrenzte Zeit können Kunden, die einen Titel kaufen, einen weiteren für 4,95 Dollar erwerben.

Die neuen Angebote von Cinemanow und Movielink gelten als erster Schritt hin zur digitalen Vermarktung der Produktionen. Zwar konnten auch bisher bereits Filme (legal) im Web heruntergeladen werden, allerdings auf Mietbasis mit zeitlicher Beschränkung. Zudem waren die Angebote erst bis zu 45 Tage nach dem Erscheinen der DVD oder des Videos erhältlich. Das Interesse an dem digitalen Content der Studios ist groß: Auch Apple, Amazon.com und andere Online-Retailer wollen mit den Hollywood-Studios Verträge abschließen, um Film-Downloads anbieten zu können, berichten amerikanische Medien. is

comments powered by Disqus