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Kostenpflichtige Downloads aufs Mobiltelefon sprunghaft angestiegen

Napster sucht Heil beim Handy

Die im Juli 2005 geschlossene Partnerschaft mit dem Telekommunikationsausrüster Ericsson soll der kommerziellen Musik-Download-Plattform Napster dabei helfen, den Abstand zum Marktführer Itunes zu verringern. Dies gab Firmenchef Bradford Durea anlässlich einer Fachkonferenz in Las Vegas bekannt. Innerhalb der nächsten zwei Jahre erwartet Napster einen starken Zuwachs bei mobilen Musik-Downloads. Basis dafür soll eine Technik werden, die Napster-Partner Ericsson vor wenigen Wochen vorstellte: Eine Systemerweiterung für Mobiltelefon-Carrier soll es ermöglichen, mit einer großen Anzahl von Handy-Modellen Musik, Bilder oder anderen digitalen Content zu erwerben. Nach Ansicht von Durea kommt dem Mobiltelefon als Download-Instrument vor allem in den Märkten außerhalb der USA eine besondere Bedeutung zu, die den Computer auf Platz zwei verbannt. Das Potenzial für Musik-Downloads aufs Handy wird in der Branche allerdings durchaus unterschiedlich bewertet: Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" meldeten Marktforscher für 2005 einen Absatz von 200 Millionen Songs weltweit – viermal so viel wie im Vorjahr. Die Verbraucher hätten dafür 40 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Für den deutschen Musikmarkt beurteilt das Marktforschungsinstitut Forrester Research – wie bereits in IWB 07/2006 berichtet – die Rolle des Handys dagegen weit zurückhaltender als Napster-Chef Durea: Nur ein Fünftel des bis 2011 prognostizierten Jahresumsatzes von vier Milliarden Euro für legale Musik-Downloads soll auf Handys entfallen, so die Forscher. Ihr Urteil: zu umständlich, zu lahm, zu teuer. fk

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