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Vorsicht bei der Formulierung der Bestellbestätigung!

Im elektronischen Geschäftsverkehr muss jeder Onlineshop-Verkäufer eingehende Bestellungen per E-Mail bestätigen. Doch bei der Formulierung ist Sorgfalt geboten, damit nicht bereits mit dem Versand der Bestätigung ein Vertrag zustande kommt. Der Zeitpunkt des Vertragsschlusses ist unter anderem dann wichtig, wenn ein Händler auf eine Bestellung hin nicht liefern kann oder will. Macht er sich dann schadenersatzpflichtig? Wie sieht es aus, wenn der Preis im Shop falsch ausgezeichnet wurde und die Bestellbestätigung schon rausgegangen ist?

Beim Internet-Kauf ist die Bestellung des Käufers das Angebot auf Vertragsschluss an den Verkäufer. Juristen lieben es kompliziert, denn das Ausstellen der Ware im Onlineshop durch den Verkäufer stellt nur eine Einladung an den Käufer dar, seinerseits das Angebot auf Vertragsschluss (die so genannte invitatio ad offerendum) abzugeben. Die Annahme des Angebots erfolgt dann durch die Bestell- oder Auftragsbestätigung oder die Warenlieferung.

Vorsicht ist daher bei automatisch generierten und versendeten Eingangsbestätigungen mit Formulierungen wie "Vielen Dank für Ihre Bestellung! Wir werden Ihren Auftrag schnellstmöglich bearbeiten!" geboten. Hier darf der Kunde bereits vom Vertragsschluss ausgehen. Besser ist es, nur den Eingang der Bestellung zu bestätigen: "Vielen Dank! Wir haben Ihre Bestellung erhalten!" Da Sie beim Handel mit Endverbrauchern wegen der Informationspflichten beim Fernabsatzkauf ohnehin über das Zustandekommen des Vertrages informieren müssen, sollte Sie noch eine klarstellende Klausel in Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufnehmen.

Sabine Heukrodt-Bauer

Die Anwältin Sabine Heukrodt-Bauer ist auf Recht im E-Commerce spezialisiert, sie betreibt das Portal www.legalershop.de

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