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Web-Umsätze klettern um 30 Prozent / Logistik-Angebote um Lagerhaltung erweitert

Wachstumsmotor Internet

Das Internet findet Otto gut: "Der maßgebliche Wachstumsmotor für das Kerngeschäft der Otto Group bleibt der E-Commerce", sagt Michael Otto, Vorstandschef der Hamburger Handelsgruppe. Die Online-Umsätze des weltweit agierenden Konzerns, der im Netz mehr als 40 Shop-und Serviceadressen unterhält, kletterten im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. Der Online-Handel ohne Service wuchs gar um 32 Prozent. Die hohe Quote – Wettbewerber Karstadt-Quelle schaffte 2005 ein Plus von 14 Prozent – überraschte die Hamburger selbst: Nach internen Prognosen rechneten sie mit einem Anstieg von 22 Prozent.

"Die Zahlen belegen, wie erfolgreich wir uns als Versandhandelsgruppe im E-Commerce durchsetzen konnten", gibt sich Otto höchst zufrieden. "Otto hat seine Position als zweitgrößter Online-Händler der Welt nach Amazon weiter ausgebaut." Etwa jeden fünften Euro erlöst die Gruppe zwischenzeitlich im Netz. Sie setzte 2005 insgesamt 14,55 Milliarden Euro um – und schaffte im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von knapp einem Prozent. Dass es in Zeiten der Konsumflaute nicht noch geringer ausfiel, führt Otto auf die Optimierung von Geschäftsprozessen, den Verzicht auf Rabattschlachten sowie das internationale Geschäft zurück. Mehr als die Hälfte der Umsätze wird inzwischen im Ausland erzielt. Otto ist in Europa, Asien (Otto Sumisho) und in Nordamerika aktiv. Während der Umsatz im eigenen Land um vier Prozent sank, legte er in den USA, wo Otto über die Kataloge und Web-Adressen von Crate und Barrel verkauft, um knapp elf Prozent auf 943 Millionen Euro zu. In Europa wuchs Otto um sechs Prozent.

Das größte Wachstum registriert Otto nicht im Internet, sondern im Segment Service. Hierzu gehört neben der Otto Freizeit & Touristik die Logistik-Gruppe Hermes. Sie erzielten zusammen 287 Millionen Euro Umsatz und erreichten damit ein Plus von knapp 36 Prozent: ein Zeichen für die weiter steigende Verbreitung des Versand- und Online-Handels. Seit 1972 bringt die Otto-Tochter Hermes im Auftrag anderer Waren zu Kunden oder unterstützt bei der Beschaffung. Nun schließt Otto die Kette: Die gerade ausgegründete Hermes Warehouse bietet die Lagerhaltung an. Als Kunden werden Händler ohne Lager, Wachstumsunternehmen oder Firmen aus dem Ausland anvisiert.

Seit Sommer 2005 steht die Adresse www.otto.de anderen Händlern offen. 50 Marken haben sich bisher in den Shop eingeklinkt, die Zahl der teilnehmenden Händler gibt das Unternehmen nicht bekannt. Doch das One-Stop-Shopping soll 2006 weiteres Wachstum bringen, wie auch die Kooperation mit Microsoft zur Erschließung neuer digitaler Verkaufswege. vs

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