INTERNET WORLD Business




Alles auf Anfang?

Nichts ist mehr wie früher. In den USA klappen reihenweise die Banken zusammen, dennoch steigt der Dollarkurs, gleichzeitig wird in Deutschland das Benzin billiger, obwohl der Ölpreis in Dollar berechnet wird, nicht in Euro. Kann sich jemand einen Reim darauf machen? Die Weltwirtschaft, so viel scheint sicher, ist durcheinandergeraten. Und die Onlinewirtschaft? Kommen jetzt die schlimmen Zeiten von 2001 zurück? Ich

glaube: Ja und Nein. Zunächst einmal gilt wohl im Wirtschaftsleben dasselbe wie im Spielcasino: Die Bank gewinnt immer. Und Banken neigen dazu, in schlechten Zeiten auf Nummer sicher zu gehen und nur noch denjenigen Firmen Kredite zu geben, die eigentlich keine brauchen. Es wird also für Start-ups noch schwieriger, ihr Wachstum auf dem Finanzmarkt zu finanzieren. Das hat natürlich auch sein Gutes, denn es stellt die Plausibilität von Geschäftsmodellen auf den Prüfstand, bevor sinnlos Geld verbrannt wird. Ein kritischer Blick auf so manchen Business-Plan zeigt nämlich, dass immer noch viel zu viele Projekte auf Venture Capital warten, die am Markt keineswegs einzigartig sind und sich ausschließlich über Werbung finanzieren wollen – so sie denn einmal kommt. Den bereits etablierten Playern am Onlinemarkt drohen dagegen als Hauptkrisenrisiken eine Werbeflaute und eine Kaufzurückhaltung der Konsumenten. Beides lässt sich mit etwas Cleverness hoffentlich dadurch kompensieren, dass man Werbe-Spendings und Kundengelder von Sparten übernimmt, die von der Krise noch härter geschüttelt werden, zum

Beispiel vom Print-Sektor und vom stationären Handel. Zu einem Dotcom-Crash wie 2001 wird es deshalb wohl nicht kommen. Schließlich war sogar damals eine Konstante sicher: Die Umsätze im E-Commerce stiegen und stiegen.

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