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Medienchefs investieren bevorzugt in neue Technologien und Content-Modelle

Digitales Versuchslabor

Die medial-digitale Zukunft liegt irgendwo zwischen der Erhaltung bestehender und der Erschließung neuer Geschäftsmodelle. Zu diesem doch recht wenig konkreten Ergebnis kommt die Untersuchung "Fast Forward" der Unternehmensberatung Ernst & Young. Die 27 in der Studie Befragten: das WhoÕs who der weltweiten CEOs aus Medien, Unterhaltungsindustrie und IT/TK, darunter Stefan von Holtzbrinck (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck), Hartmut Ostrowski (Bertelsmann AG), Steve Ballmer (Microsoft) oder Edgar Bronfman (Warner Music).

Ziemlich einig sind sich die Bosse darin, dass das durch neue Technologien bedingte veränderte Mediennutzungsverhalten den größten Einfluss auf die künftige Ausrichtung der Mediencompanys haben wird. Lediglich die Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse sei noch schwer vorhersagbar. Trotzdem – oder eben deshalb – ist es für die Medienunternehmen laut Studie besonders wichtig, schon jetzt neue Inhalte und Produkte mit nachhaltigen Geschäftsmodellen zu entwickeln.

Egal wann: Eine goldene Zukunft wird vor allem On-Demand-Medien und mobilen Inhalten bescheinigt. Bezogen auf die Branchen sehen jeweils 21 Prozent der befragten Unternehmen die Bereiche "Content Creation" und "Internet Media" in der Poleposition. Schließlich würden neue Kanäle neue Unternehmen wie auch neue Werbekunden auf den Markt bringen. Beispiel: Falls bisher noch keiner auf die Idee gekommen ist, Angelruten zum Fischen aus Kostengründen im TV zu bewerben, so sei dies durch Angelkanäle möglich.

Andere sehen starke Marken im digitalen Dschungel im Vorteil: "In der digitalen Arena werden Marken immer wichtiger werden, weil die Konsumenten sich nicht mehr sicher sind, wem sie trauen können oder nicht", wird ein CEO – Namen werden keine genannt – in der Studie zitiert.

Natürlich wurde auch das Thema "Social Networks" unter die Lupe genommen – und bis 2011 wurde ihnen ein Werbewachstum von jährlich 54 Prozent prognostiziert. Insgesamt gehen die Meinungen zu dem Thema weit auseinander: Ein CEO sieht in den Social Communitys die ideale Plattform zur Personalrekrutierung. Für einen anderen werden Networks zum wichtigsten Vertriebskanal für Musik und zum Treffpunkt mit den Künstlern. häb

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