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Die Finanzkrise beeinflusst das Onlinekaufverhalten auch in Deutschland, glauben Experten

Schöne Bescherung

Das Klischee der pessimistischen Deutschen wird einmal mehr voll erfüllt: Während Onlinehändler in den USA zu zwei Dritteln davon ausgehen, dass die aktuelle Finanzkrise ihr eigenes Geschäft nicht negativ beeinflusst, sehen deutsche Webprofis die Lage weit weniger optimistisch: Eine Umfrage auf Internetworld.de unter 101 Webusern zeigt: 34 Prozent der Umfrageteilnehmer spüren eigenen Aussagen zufolge schon jetzt, dass die Kunden zögerlicher einkaufen als in der Vergangenheit. Und weitere 29 Prozent rechnen mit Auswirkungen in der Zukunft – gerade jetzt, vor der wichtigsten E-Commerce-Zeit des Jahres. Lediglich jeder

dritte Onlinehändler hat keine Angst vor Umsatzeinbußen.

Hoffnungsvolle US-Händler

In den USA sieht die Einschätzung dagegen anders aus. Obwohl mit Ebay eine der größten E-Commerce-Plattformen des Landes jüngst die Prognosen für das Weihnachtsgeschäft zurückfuhr und erstmals sinkende Einnahmen ankündigte, ist der Rest der

Onlinehändler überzeugt davon, die gegenwärtige Krise im Bankensektor werde ohne bleibenden Schaden an ihnen vorbeiziehen: Wie eine Studie von Forrester Research im Auftrag von Shop.org zeigt, glaubt trotz US-Finanzkrise über ein Drittel der Webshopbetreiber, in den kommenden zwölf Monaten die eigenen Prognosen zu übertreffen. Ein weiteres Drittel will seine Ziele immerhin halten. Auch der Rückblick fällt positiv aus: 81 Prozent der Händler arbeiteten profitabel, drei von vier Shopbetreibern konnten im vergangenen Jahr die Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr steigern. Insgesamt, so glauben die Onlinehändler, werden sie vom konjunkturellen Rückgang weniger in Mitleidenschaft gezogen als die traditionellen Vertriebswege.

Konsumenten noch in Ausgebelaune

Auch die Konsumenten in Deutschland selbst sehen die Situation weniger dramatisch als die Händler, wie eine Umfrage von Onlinemarktforscher Innofact im Auftrag des Versandhändlers Quelle zeigt: 72,2 Prozent der befragten 1.037 Teilnehmer im Alter von 14 bis 65 Jahren gaben an, dass die derzeit kritischen Wirtschaftsprognosen ihren Weihnachtseinkauf nicht beeinflussen würden.

Ganz im Gegenteil. Das durchschnittliche Weihnachtsbudget in deutschen Haushalten wird gegenüber dem Vorjahr sogar noch aufgestockt werden: Rund zwei von drei Befragten (64,6 Prozent) wollen in diesem Jahr bis zu 250 Euro für die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgeben. Im Jahr 2007 waren es laut Quelle Trend Studie 60,8 Prozent. Ein Viertel der Deutschen (26,3 Prozent) planen 250 bis 500 Euro für den Kauf der Geschenke ein. dp

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