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Webdienstleister wächst um 30 Prozent und schafft Bruttoumsatz von 24 Millionen Euro

Sinner Schrader: Gutes Jahr

Da geht mehr: 20 offene Stellen meldet die Website von Sinner Schrader. Der Internetdienstleister hat zu tun – und könnte mehr Kunden annehmen, wenn er Mitarbeiter fände. "Wir müssen oft Anfragen zurückweisen, weil unsere Kapazitäten nicht ausreichen", bedauert Matthias Schrader, Vorstandschef des Hamburger Unternehmens.

Trotzdem liefert Sinner Schrader für das im August beendete Geschäftsjahr 2007/2008 gute Zahlen. Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 24 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund sechs Millionen Euro mehr als verdoppelt. "Organisch sind wir um 20 Prozent gewachsen, zehn Prozent Wachstum steuerte Spot Media bei", erläutert Schrader. Ende Januar hatte sich das Unternehmen mit der Agentur aus Hamburg, die 1996 gegründet wurde und 40 Mitarbeiter beschäftigte, verstärkt.

"Wachstumstreiber waren unsere Kunden, sie haben uns mit Folgeaufträgen ausgelastet", sagt Schrader. Sinner Schrader profitiert davon, dass die Branche Sites und Shops ständig verbessert und auffällige Relaunches meidet. Zudem konnte das Unternehmen Verwaltungskosten senken. Die Hamburger entwickeln im Auftrag von Kunden wie Comdirekt, Tuifly oder Otto Sites, kreieren Onlinewerbung und setzen auch Shops auf. Das Werbegeschäft wächst indes schneller – 2007/08 um geschätzte 30 Prozent. Folglich sank der Ergebnisanteil am Bruttoumsatz. "Der Media-Umsatz ist stark gewachsen, aber in diesem Bereich ist der Kostenblock höher", so Schrader. Der Aufwand für Werbeplatz schmälert den Gewinn.

Der Agenturchef startet optimistisch ins nächste Geschäftsjahr – auch oder gerade wegen der Rezessionsängste: "Die Verschiebung der Etats von klassischer hin zu Onlinewerbung wird sich verstärken", meint Schrader. "Das Internet ist effizienter." Um mehr Aufträge annehmen zu können, will er bis Dezember das Start-up Activegate, einen Spezialisten für Chats und Onlinetelefonie, übernehmen. Weitere Akquisitionen zur Stärkung von Mannschaft und Kompetenz sind nicht ausgeschlossen: "Wir haben ein gutes Finanzpolster und schauen immer wieder nach Kaufgelegenheiten." vs

Kostenfaktor Personalmangel

Wenn die Blätter fallen, werden auch die großen Wirtschaftspreise vergeben: Die Gründer von Gameforge, Klaas Kersting (28) und Alexander Rösner (39), wurden gerade von der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Ernst & Young in der Kategorie Start-up als "Entrepreneure des Jahres 2008" geehrt. Bereits im Frühjahr bekam der Anbieter von Onlinespielen aus Karlsruhe einen "Red Herring Award 2008" verliehen.

"Als wir 2003 starteten, wurden wir noch belächelt", sagt Kersting. "Heute sind Browsergames ein wichtiger Teil der Internetkultur." Gameforge erreicht mit seinen zwölf Spielen rund 65 Millionen Nutzer in 40 Ländern. Das Geschäftsmodell der Karlsruher beruht auf dem Verkauf virtueller Güter wie Ausstattung oder Tools, die Spielfunktionen verbessern. Gameforge beschäftigt inzwischen 160 Mitarbeiter in Karlsruhe und San Francisco. vs

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