INTERNET WORLD Business




Fünf Leute, die Wissen, worauf es bei ihrem Job als Techniker ankommt

Technik entscheidet

Als das Internet laufen lernte, Mitte der 90er, drehte sich alles darum, mit welcher Technologie sich Inhalte halbwegs vorzeigbar und einheitlich darstellen lassen und wie Geschäftsprozesse online abgebildet werden können. Es war die Zeit der Programmierer und Systemspezialisten. Etwa im Jahr 2000 setzten sich auf breiter Front Standards und günstige Module durch und das Backend verlor gegenüber dem Design und Marketing an Bedeutung.

Seit etwa zwei Jahren wird das Thema Technologie zunehmend wichtig, insbesondere in den Bereichen Tracking, Targeting und Personalisierung. Unternehmen mit eigener Technologie sind im Vorteil, denn sie können sich mit individuellen Lösungen von der standardisierten Masse abheben und bleiben unabhängig von den Branchenriesen, die in immer mehr Marktsegmenten Einfluss ausüben.

Die Monetarisierung von Webangeboten auf der Grundlage systematischer Datensammlung und -verwertung gewinnt weiter an Bedeutung, gleichzeitig wird der Nutzer sensibler und verlangt Transparenz. Das erfordert von CTOs ein ausgeprägtes Feingefühl für das Nutzerverhalten und die Akzeptanz individualisierter Angebotsformen sowie die Fähigkeit, diese Aspekte in der Systemarchitektur umzusetzen. Technology-Verantwortliche müssen künftig die Frage beantworten, was wirklich sinnvoll und durchsetzbar ist und Mitverantwortung übernehmen für die Etablierung klarer Privacy- und Verhaltensstandards.

Dwight Cribb

Dwight Cribb ist Geschäftsführer der Cribb Personalberatung, Hamburg, und gehört zu den wichtigen Executive Recruitern der Onlinebranche. In INTERNET WORLD Business stellt er Personaltrends vor und zeigt, wer seinen Job gut gemacht hat.

Five People to Watch (in alphabetischer Reihenfolge)

Rafael Capurro, Professor für Informationswissenschaft und -ethik, HdM StuttgartWie kaum ein anderer setzt sich Capurro mit ethischen Fragen der IT auseinander. Der Philosoph war früh an deren Entwicklung beteiligt und ist Gründer des International Center for Information Ethics (ICIE). Er bringt Wissenschaft, Informationsethik und Realität so nah zusammen, dass praxistaugliche Ansätze entstehen.

Brad Fitzpatrick, Programmierer, GoogleDer erst 28-jährige Brad Fitzpatrick hat schon eine ganze Menge beachtlicher Technologien entwickelt, darunter Live Journal, Memcached, Open ID und Open Social. Auf die letzten beiden setzen viele Experten die große Hoffnung, dass sie dem User die Basis für eine größere Kontrolle der Privatsphäre im Web 2.0 bieten werden.

Harald Lazardzig, Gründungs-CTO, ParshipHarald Lazardzig (vormals Schröpfer) weiß, dass es wenige Online-Angebote gibt, bei denen der sensible Umgang mit Daten so wichtig ist wie bei einer Partneragentur. Nach fast acht Jahren hat Lazardzig nun an seinen Nachfolger übergeben und wird sich einem neuen Start-up zuwenden. Man darf gespannt sein.

Stephan Noller, Vorstandsvorsitzender, Nugg AdEigentlich ist Nugg Ad als Targeting-Unternehmen der Klassenfeind des Datenschützers. Aber unter der Führung von Stephan Noller hat das Unternehmen Sensibilität bewiesen und als erster deutscher Anbieter mit Datenschutzgütesiegel die Nutzeridentität konsequent von den Targeting-Daten getrennt, die Nugg Ad sammelt.

Leslie Romeo, Head of Mail Services Germany, United InternetLeslie Romeo hat einst als Projektleiter Spam und Virenschutz bei Web.de erfahren, welchen Schaden Daten in den falschen Händen anrichten können. Als Verantwortlicher für die deutschen Maildienste von Web.de, GMX und 1&1 ist für ihn die Auswertung von Mails zu Werbezwecken ein absolutes Tabu.

comments powered by Disqus