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SEO-SERIE FOLGE 3

Fleißaufgabe Offpage

Wer die Onpage-Optimierung (vgl. Ausgabe 3/2009) erledigt hat, ist noch nicht fertig. Das Ranking einer Website wird zum überwiegenden Teil von Offpage-Faktoren – eingehenden Links – beeinflusst

Onpage-Optimierung – das Thema der vergangenen Ausgabe – ist die Grundlage der Suchmaschinenoptimierung. Aber nicht minder bedeutend für eine gute Platzierung in den Google-Ergebnislisten ist die Offpage-Optimierung. Teil drei der SEOSerie möchten wir daher der wichtigsten Disziplin bei der Suchmaschinenoptimierung – dem Link-Building – widmen. Qualität und Themenrelevanz haben gerade hier deutlich Vorrang vor der Quantität. Um die Qualität von Links besser beurteilen zu können, sollten Sie einige wichtige Kenngrößen und Parameter kennen.

Anzahl eingehender Links

Ein wichtiges Kriterium bei der Suchmaschinenoptimierung sind die eingehenden Links. Es kann grundsätzlich zwischen der globalen Link-Autorität – die gesamte Anzahl der Links auf einen kompletten Webauftritt – und der seitenspezifischen Link-Autorität – die Anzahl der Links auf eine Unterseite – unterschieden werden. Je mehr hochwertige respektive themenrelevante und autoritäre Links eine Website aufweist, desto hochwertiger ist auch der Link, der auf dieser Seite platziert wird.

Bedeutung des Inhalts

In letzter Zeit hat die Themenrelevanz verstärkt an Bedeutung gewonnen. Das heißt in der Praxis, dass sich ein Link aus einem ähnlichen oder verwandten Umfeld stärker auf das Ranking auswirkt als ein Off-Topic-Verweis. Wenn Sie etwa eine Schreinerei betreiben, wäre ein Link von der Schreinerinnung deutlich effektiver als ein Link vom Sportverein. Das soll aber nicht bedeuten, dass themenfremde Links komplett vermieden werden sollten oder Ihnen sogar schaden können. Das ist definitiv nicht der Fall, solange ein vernünftiges Verhältnis zwischen themenrelevanten und anderen Links besteht. Wenn Sie nur über ein „wildes Sammelsurium“ unterschiedlichster Links verfügen, sollten Sie Ihre Link-Struktur aber überarbeiten.

Traffic

Achten Sie bei der Beurteilung von Links nicht zu sehr auf den Page Rank, sondern vielmehr darauf, ob die jeweilige Webseite auch tatsächlich Traffic für Sie beisteuern kann. Bei einem themenrelevanten Umfeld sollte dies möglich sein. Beim Link-Building geht es ja nicht um die Verbesserung der Link-Struktur als solcher, sondern letztlich um das Gewinnen zusätzlicher Besucher über eingehende Links. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass ein Link auf einer stark frequentierten Site zu einem deutlichen Traffic-Plus auf Ihrer Seite führen kann. Dieser Zusammenhang ist daher ein sehr guter Maßstab für die Beurteilung eines Links. Stellen Sie sich einfach selbst die Frage: „Möchte ich einen Link von dieser Site auch dann noch haben, wenn das Thema Suchmaschinen ausgeblendet wird?“ Wenn Sie die Frage mit Nein beantworten würden, sollten Sie sich besser nach einer alternativen Link-Quelle umsehen. Um erste Anhaltspunkte für das Besucheraufkommen einer Seite zu erhalten, gibt es das Online-Tool Alexa (www.alexa.com ). Die ausgewiesenen Werte sollten jedoch nicht der absolute Maßstab sein – sie dienen lediglich eine erste Orientierung.

Link-Platzierung

Link ist nicht gleich Link. Die Platzierung eines Links auf einer Seite hat mitunter enormen Einfluss auf die Wertigkeit des Links. Da es in der Vergangenheit oft ausufernde „Link-Farmen“ im Footer oder in der Randspalte einer Website gegeben hat, sind die Suchmaschinen inzwischen dazu übergegangen, die Platzierung des Links in die Berechnung der Wertigkeit eines Links aufzunehmen. Demnach stammt der beste Link aus dem Fließtext einer Webseite und ist mit dem jeweils relevanten Keyword als Anchor-Text versehen. Die Abbildung auf Seite 37 soll die Wertigkeit einer Link-Platzierung verdeutlichen. Dabei gilt: Je dunkler die Farbe, desto hochwertiger die Link-Platzierung und infolgedessen der Link.

Zudem sollten Sie beachten, dass Links über dem Monitorbruch meist etwas stärker gewichtet werden als Links am Seitenende. Vermeiden Sie in dem Zusammenhang auch unbedingt „Run-of-the-Site“-Links. Darunter versteht man Links, die auf allen Webseiten automatisch gesetzt werden – zum Beispiel im Footer.

Seitentyp

Natürlich spielt auch der Typ der Seite, auf der sich ein Link befindet, eine Rolle bei der Beurteilung der Qualität. Verweise aus einer Website, auf der noch diverse andere Links vertreten sind – eventuell sogar aus unterschiedlichen Themengebieten – zählen demnach deutlich weniger als ein Link auf einer Site, die nur über wenige weitere ausgehende Links verfügt. Selbst wenn der Verweis auf der zahlreich verlinkten Seite aus dem Content heraus erfolgt. Die Ausnahme bilden Links von autoritären Sites, etwa dem Auftritt einer Universität. Ein Link von einer derartigen Seite kann selbst bei einer Vielzahl von weiteren Links ein hohes Gewicht aufweisen. Links aus Link-Verzeichnissen – oder auch den beliebten Partnerseiten – weisen dagegen eine relativ geringe Wertigkeit auf. Zudem sollten Sie darauf achten, dass solche Seiten über nicht mehr als 100 ausgehende Links verfügen, da diese andernfalls als Link-Farm identifiziert werden könnte. Ein Verweis von einer solchen Site könnte sogar schaden, da man sich in dem Fall möglicherweise in einer sogenannten Bad-Neighbourhood befinden würde.

Zugänglichkeit

Aber selbst wenn der Link von einer themenrelevanten Site aus dem Content heraus und als einziger ausgehender Link gesetzt wird, heißt das längst nicht, dass der Link tatsächlich Wirkung erzielt. Daher sollte zum einen sichergestellt werden, dass die Seite, auf der der Link gesetzt wurde, bereits indiziert, also im Google-Index vorhanden ist. Das können Sie prüfen, indem Sie einfach nach der jeweiligen URL googeln. Sofern die Seite im Index ist, sollten Sie zudem prüfen, wann sie letztmals indiziert wurde. Dies finden Sie am einfachsten heraus, indem Sie den Seiten-Cache aufrufen. Er kann über einen entsprechenden Link unterhalb des Suchergebnisses angezeigt werden (siehe unten links auf dieser Seite).

Ist die Site im Cache, sollten Sie prüfen, ob der Link ein „echter“ HTML-Link ist, der nicht per Java Script maskiert wurde oder mit einem Nofollow-Tag versehen ist. Der Link sollte im Quelltext so aussehen:

Zum Vergleich: Java-Script-Link

Redirect-Link

Nofollow-Link

Abschließend sollten Sie das Robots Meta-Tag im Quelltext der jeweiligen Seite prüfen, um sicherzustellen, dass die Seite nicht mit einem No-Index, einem Nofollow-Attribut versehen wurde. Das sähe so aus:

Ausgehende Links

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Links ist die Zahl der ausgehenden Links auf einer Site, da die Kraft und die Wirkung einer Seite stets auf die ausgehenden Links verteilt werden. In der Praxis bedeutet das: Bei einer Site, die über zehn ausgehende Links verfügt, erhält jeder Link zehn Prozent der Link-Wirkung. Bei 100 ausgehenden Links würde also pro Link nur noch ein Anteil von einem Prozent bleiben. Anders gesagt:Mit je weniger Links man sich die Seite teilen muss, desto besser. Dies sollte nicht bedeuten, dass Sie auf einen Link von einer themenrelevanten, hochwertigen Site verzichten, nur weil dort noch einige andere Links platziert sind. In dem Fall müssen Sie die Link-Wirkung teilen – aber es ist natürlich besser etwas Wirkung zu erhalten als gar keine.

Einheitliche URL-Struktur

Es gibt diverse Möglichkeiten, einen Link darzustellen. Diese können aber auch jeweils als eigenständige URLs interpretiert werden. Demnach haben die nachfolgenden sechs URLs zwar prinzipiell das gleiche Link-Ziel, werden technisch gesehen aber komplett unterschiedlich und daher auch eigenständig betrachtet:

* http://ihre-seite.de

* http://ihre-seite.de/

* http://ihre-seite.de/index.html

* http://www.ihre-seite.de

* http://www.ihre-seite.de/

* http://www.ihre-site.de/index.hmtl

Wenn Sie für Ihre Backlinks sechs unterschiedliche URL-Muster verwenden, werden diese unnötig „verwässert“. Deshalb sollten Sie darauf achten, sich bei Ihren Links auf ein URL-Muster festzulegen und dieses konsequent für alle eingehenden Links zu benutzen.

Reziproke Links

Eine der einfachsten Arten Links zu generieren ist der Link-Tausch. Er funktioniert nach dem Muster: „Ich verlinke auf Dich und Du verlinkts auf mich.“ Suchmaschinen haben damit aber insofern Probleme, als diese Art von Links nicht aufgrund von sinnvollem Content gesetzt, sondern künstlich herbeigeführt wird, um die Link-Popularität zu erhöhen und die Platzierung zu beeinflussen. Trotzdem gilt keineswegs, dass eine gegenseitige Verlinkung grundsätzlich schadet. Ein Beispiel: Sie sind in der glücklichen Lage, dass der „Spiegel“ im Web einen Beitrag über Ihre Firma veröffentlicht und auf Ihre Website verlinkt. Da Sie auf den Artikel stolz sind, setzen Sie von Ihrer Site aus wiederum einen Link auf den Artikel. Sieht das nun aus Sicht einer Suchmaschine normal aus? Ich denke schon. Der „Spiegel“ ist ein bekanntes Nachrichtenmagazin, aus Suchmaschinensicht also eine Autoriät, die über einen besonderen Status verfügt. Daher ist ein solches Link-Muster zulässig und legitim.

Anders sieht es aus, wenn ein Kollege auf Ihre Seite verlinkt und Sie im Gegenzug auf ihn verlinken. Das wäre ein Link-Tausch zwischen „gleichgestellten Partnern“, bei dem Google durchaus kritisch wird.

Mögliche Penalties

Sofern eine Seite durch eine Suchmaschine abgestraft wurde (etwa weil sie gegen deren Richtlinien verstoßen hat), wird dieser Seite meist auch die Weitergabe von Link-Kraft genommen. Das heißt: Solche Links haben keine Wirkung und wenn doch, ist diese eher negativer Natur. Ob eine Site möglicherweise abgestraft wurde, können Sie anhand der Google-Toolbar und dem dort angezeigten Wert für den Page Rank ablesen. Wenn der Wert bei null liegt, ist eine Abstrafung durchaus denkbar. Die Ausnahme bilden lediglich ganz neue Sites, die noch über keinen Page Rank (PR) verfügen. Und noch etwas sollten Sie beachten: Sofern eine Site Links verkauft, werden diese häufig als „Sponsored Links“ oder „Werbung“ gekennzeichnet. Dann sollten Sie die Finger davon lassen, da Google Link-Verkäufer – sofern dies in der Zwischenzeit nicht bereits geschehen ist – abstrafen kann und man sich damit in ein schlechtes Umfeld begibt.

Natürliche versus künstliche Links

Beim Link-Building sollten Sie auf eine möglichst natürliche Entwicklung und ein kontinuierliches Wachstum der Links achten. Künstliche Links erkennen Sie, wenn

* eingehende Links über identische Link-Texte verfügen,

* ddas Link-Wachstum plötzlich und in großen Ausschlägen erfolgt,

* Links oft gegenseitig getauscht werden, sodass reziproke Links entstehen oder

* Seiten mit künstlichen Links auf Bad-Neighbourhood verweisen.

Die besten Links werden ungefragt, sprich automatisch durch einzigartigen und mehrwertigenContent gesetzt. Damit wären wir wieder bei der Onpage-Optimierung.

Noch ein paar Worte zum Thema Link-Kauf respektive Link-Miete: Da es sich dabei offensichtlich um eine Manipulation des Google-Indexes handelt, ist es nur verständlich, dass Google damit ein Problem hat. Google möchte den Usern bestmögliche Ergebnisse liefern und mit der Qualität der Suchergebnisse punkten. Durch Eingriffe wie Link-Kauf wird das Bild in den Ergebnislisten aber verzerrt, die Qualität sinkt mitunter. Um dem entgegenzuwirken, geht Google offensiv gegen Link-Verkäufer vor. Im Herbst 2007 gab es den ersten Knall – einige bekannte Portale wurden mit massiven PR-Abstrafungen versehen. Das Ziel: Je niedriger der (angezeigte) Page Rank, desto unattraktiver der Kauf eines Links auf der Site. Inzwischen ist Google recht gut im Aufspüren von verkauften Link-Plätzen, zumal dies oft nicht sehr schwer ist. Einige typische Anzeichen:

* Links stehen im Footer und/oder auf allen Seiten

* Der Link einer Agentur steht neben dem einer Versicherung etc.

* Links werden als „Sponsoren“ oder „Partner“ gekennzeichnet

* Linktexte beinhalten einschlägige Keywords (etwa „Versicherungsvergleich“)

Vermeiden Sie, solche Links in großem Stil zu kaufen oder zu mieten. Einem etwaigen (kurzfristigen) Erfolg stehen erhebliche Risiken gegenüber, die sich für ein seriöses Webprojekt kaum lohnen. Außer es ist Ihnen egal, dass Sie von Google strafversetzt oder aus dem Index „gekegelt“ werden.

Gerade in letzter Zeit geistern Meldungen über „russische Links“ durchs Web, die in großen Mengen günstig gekauft und auf eigene Webseiten gelenkt werden können. Mein Rat: Lassen Sie die Finger davon, wenn Sie sich nicht verbrennen wollen. *

Josef Willkommer


Zusammenfassung: Die goldenen Regeln des Link-Building

1. Achten Sie auf einen möglichst natürlichen und stetigen Link-Aufbau.

2. Versuchen Sie, Links von themenrelevanten autoritären Seiten zu generieren.

3. Sofern Sie Links von weniger starken Seiten aufbauen, sollten Sie Ihr besonderes Augenmerk auf die Themenrelevanz legen.

4. Je weniger ausgehende Links auf einer Seite platziert sind, desto besser.

5. Vermeiden Sie Run-of-the-Site Links, also Links, die auf allen Seiten platziert sind.

6. Achten Sie darauf, dass die URL-Struktur Ihrer eingehenden Links immer gleich ist.

7. Versuchen Sie, Ihre Links mit Keywords zu versehen. Vermeiden Sie es allerdings, immer die gleichen Keywords zu verwenden.

8. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Links zu Ihrer Startseite generieren, sondern auch sogenannte Deep-Links auf Unterseiten.

9. Vergewissern Sie sich, dass die verlinkenden Webseiten nicht mit einem sogenannten Nofollow-Attribut oder mit sonstigen Link-Maskierungen arbeiten.

10. Vermeiden Sie exzessive, reziproke Links sowie gekaufte oder gemietete Links.


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