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Interaktiv Sprachen lernen

Um Reichweite zu gewinnen, bietet Babbel.com Sprachtrainings kostenlos an

Babbel-Gründerteam: Witte, Heine, Diepstraten und Holl (v. li.)

Sich selbst neuen Bekannten vorstellen, Bilder beschreiben oder mit Bildergeschichten Vokabeln pauken: Seit einem Jahr können Nutzer bei Babbel.com spielerisch Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Deutsch üben. „Das macht Spaß und bringt etwas“, sagt Markus Witte, der den Dienst mit Lorenz Heine, Thomas Holl und Toine Diepstraten Ende 2007 in Berlin austüftelte und im Januar 2008 startete. Ein Jahr später besuchen pro Monat rund eine halbe Million Menschen Babbel, etwa die Hälfte kommt regelmäßig und hat sich zum Lernen registriert. „Noch verdienen wir nichts, sondern entwickeln den Dienst weiter und vor allem Reichweite“, erklärt Witte. „Demnächst werden wir kostenpflichtige Inhalte bieten.“ Ab April oder Mai bekommen Lernende detailliertere Anleitungen, mehr Erklärungen, mehr persönliche Unterstützung von Lehrern – aber genauer will Witte die Neuigkeiten noch nicht beschreiben.

Die Konkurrenz ist schließlich groß. Neben den Übersetzungsdiensten Tolingo und Bab.la gibt es vier Onlinesprachenschulen. Hinter Dalango stecken die Holtzbrinck Verlagsgruppe und deren Tochter Spotlight Verlag, die sich aufMagazine zum Sprachenlernen spezialisiert haben. Mithilfe des European Founders Fund startet gerade Learnship durch, zudem trainieren Lingorilla und Palabea Sprachen. „Viele von ihnen setzen auf Video oder fokussieren sich nur auf den deutschen Markt“, erläutert Witte. „Wir bieten Interaktivität und Multimedia, damit sind wir einzigartig.“ Zudem ist Babbel bereits in mehr als 200 Ländern aktiv und liebäugelt gerade mit einem Angebot für China. „Dort besteht zurzeit sehr großes Interesse an Sprachen und Lernen“, so Witte. Zehn Mitarbeiter, darunter Sprachenlehrer und Redakteure, sowie zwölf freie Mitarbeiter beschäftigt das Gründerquartett, das den Start aus eigenen Mitteln finanzierte und 2008 Investor Kizoo sowie den VC Fonds Berlin als Investoren gewann. „Bis 2010 wollen wir profitabel arbeiten“, so Witte, „aber das hängt vom Kapitalmarkt ab oder davon, ob wir neue Märkte erschließen wollen.“ vs *


www.babbel.com

* Betreiber: Lesson Nine GmbH, Berlin

* Gründer: Toine Diepstraten, Thomas Holl (beide Informatiker), Lorenz Heine, Markus Witte (verantworten Finanzen, Marketing Produktentwicklung).

* Besucher: 550.000 pro Monat

* Mitarbeiter: 10 Angestellte, 12 Freie

* Lage: noch keine Einnahmen, Profitabilitäbis 2010 angepeilt

* Investoren: Kizoo, Karlsruhe, IBB Beteiligungsgesellschaft, VC Fonds, beide Berlin

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