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Kleine Werbejuwele

Video-Podcasts nehmen als Werbeträger an Fahrt auf

In aller Breite: Axe warb als einer der ersten Schnelldreher per Podcast

Ausreißer oder Durchbruch? „Mit 11,5 Millionen Downloads haben wir es im Januar 2009 erstmals geschafft, die Reichweitengrenze von über zehn Millionen abgerufener Video-Podcasts deutlich zu übertreffen“, resümiert Matthias Falkenberg. Übersetzt in Kontakte zur Zielgruppe spreche man hier nun von Reichweiten, „die sich mit TV-Kampagnen messen lassen“, so der Geschäftsführer der Pro-Sieben-Sat-1-Onlinevermarktungseinheit Sevenone Interactive.

Einschränkung: Zum einen bleibe das Fernsehen – gemessen an der Geschwindigkeit des Reichweitenaufbaus – unschlagbar. Zum anderen verteilen sich die 11,5 Millionen Downloads auf ein Angebot von über 80 Vodcasts. Dennoch: Im Verlauf des Jahres 2008 hat sich die Zahl der Downloads von 2,8 Millionen im Januar auf rund neun Millionen im Dezember nahezu verdreifacht. Summa summarum wurden 2008 über 56 Millionen Vodcasts heruntergeladen.

Start war im September 2007. Geboten werden Backstage-Material und diverse TV-Formate der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe. Die simple Funktionsweise: Entweder auf iTunes oder die Senderwebsite gehen und (kostenlos) downloaden. Von dort aus können die Dateien dann auf jedes beliebige Multimediagerät heruntergeladen werden. Das ist besonders wichtig, denn: Knapp 60 Prozent nutzen Podcasts mobil (s. Grafik).

„Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Mediaentscheider im großen Stil Podcasts als effizienten Kanal zum Kunden entdecken“, ist Falkenberg überzeugt. Schließlich suchten Werbungtreibende verstärkt nach „neuen, unverbrauchten Werbekanälen“. Die beliebtesten Podcast-Werbemittel seien zur Zeit Pre-Roll und Post-Roll Video-Ads. Auf dem Vormarsch befänden sich Sponsorings, die in einer Länge von etwa sieben Sekunden vor dem Content platziert werden.

Insgesamt wurden 2008 bereits 21 Kampagnen umgesetzt. Ganz vorn fährt wie immer die Automobilindustrie – Ford,Honda,Suzuki,Mazda und Mini sind nur einige Namen.

Quasi mit Gongschlag 2009 ging der erste Kunde der werblich so begehrten Konsumgüterindustrie an den Start: Die Agentur Mindshare buchte für das Deo Axe (Unilever), das immer wieder mit auffallenden und innovativen Kampagnen unterwegs ist, Werbeplätze unter anderem auf „Galileo“ und dem „Quatsch Comedy Club“. Ganz im Zeichen der Konvergenz ist auch Maybelline Jade mit von der Partie. Der Sponsor der aktuellen Staffel von „Germany’s next Topmodel“ bucht erstmals Promo-Storys im dazugehörigen Podcast (Agentur: Optimedia).

Ganz frisch gestartet und bereits zum wiederholten Mal mit an Bord ist Autobauer Mini mit seiner aktuellen Cabrio-Kampagne (Agentur: Mediaplus). Ganz billig ist der Spaß nicht: Der Tausend-Kontakt-Preis (TKP) liegt für die Pre- und Post-Rolls zwischen 80 Euro (15 Sekunden, Einzelbelegung) und 90 Euro (30 Sekunden, Einzelbelegung). Dies ist zwar teurer als TV, was unter anderem an den Streamingkosten liegt. Aber: „Sie erreichen hier eine hochwertige junge Zielgruppe bei voller Aufnerksamkeit“, so Falkenberg. häb] *

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