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„Wir brauchen neue Ideen“

Tremor-Media-Chef Jason Glickman über Bewegtbildwerbung in Deutschland

Jason Glickmanist Mitgründer und Chief Executive Officer (CEO) des amerikanischen Videowerbenetzwerks Tremor Media Inc. mit Sitz in New York City.* www.tremormedia.com

Seit über einem halben Jahr ist das amerikanische Videowerbenetzwerk Tremor Media auch in Europa aktiv. INTERNET WORLD Business sprach mit Jason Glickman,Mitgründer und CEO von Tremor Media, über den deutschen Markt und die Frage, welche Videowerbung sich für welches Unternehmen eignet.

Warum sollten Firmen Videowerbung im Internet machen?

Jason Glickman: Viele Menschen sehen sich online Videos an. Junge Männer konsumieren in den USA bereits mehr Videos im Web als im Fernsehen. Um diese Zielgruppe zu erreichen, müssen Firmen online werben. Der Vorteil des Internets gegenüber dem TV besteht darin, dass sich der Erfolg von Video-Ads messen und auswerten lässt.

Wie beurteilen Sie den deutschen Markt?

Glickman: Videowerbung ist in Deutschland noch in einem sehr frühen Stadium – aber ich bin überrascht, wie schnell sich der Markt entwickelt. Wegen der Finanzkrise sind die Anbieter jetzt gezwungen, noch schneller Inhalte herauszuholen und ihre Videos zu vermarkten.

Sie haben unterschiedliche Werbeformen im Angebot. Welches Format eignet sich für welchen Kunden?

Glickman: In-Stream-Ads, also Werbung als Vorspann eines Onlinevideos, empfehlen wir solchen Kunden, die ihre Marke stärken möchten. Die Klickrate ist in diesem Fall irrelevant. Als neue Messgröße – neben dem Tausend-Kontakt-Preis – eignet sich hier die „Completion Rate“, also der Anteil der User, die die Werbung in voller Länge ansehen. Unternehmen, denen die Click-Through-Rate wichtig ist, raten wir hingegen zu Videobannern.

Wie wird sich die Videowerbung entwickeln?

Glickman: Das Volumen der Videowerbung wird steigen – und noch mehr das Budget dafür. Wir brauchen aber auch neue Ideen: Das Format des 30-Sekunden-Spots stammt aus der Fernsehwerbung, wir haben ihn benutzt, weil es nichts anderes gab. Jetzt müssen wir neue Formate entwickeln: Sie sollen interaktiv sein. Und sie sollen die Möglichkeiten des Internets ausschöpfen. Hier steckt noch viel Potenzial. *

Interview: Tanja Gabler

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