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Wa(h)re Liebe

Warum die Samwer-Brüder mit einer neuen Partnervermittlung starten

Herzensangelegenheiten sind online ein gutes Geschäft

Im Mai startete mit eDarling eine weitere Partnervermittlung im Netz. Hinter Betreiber Affinitas steckt Rocket Internet, eine Tochter des European Founders Fund (EFF) der Samwer-Brüder. „Der Markt ist stark besetzt“, sagt Henning Wiechers, Chef des Singlebörsen-Vergleichs. „eDarling tritt gegen Platzhirsche wie Parship und Be2 an.“ Obwohl Parship auf neun Millionen und Be2 auf zwei Millionen registrierte Teilnehmer verweisen, brüstet sich eDarling bereits „zu den führenden Partnervermittlungen“ zu gehören. Angaben zu Mitgliederzahlen nennt das Startup aber nicht.

Mit Dating-Diensten werden hierzulande rund 165 Millionen Euro pro Jahr erlöst, rund 53 Millionen Euro davon entfallen auf Partnervermittlungen. Verdient wird an Beiträgen, die Mitglieder für Kontaktfunktionen bezahlen. Während im Ausland die Konsolidierung der Branche fortschreitet, werben hier laut Singlebörsen-Vergleich 2.000 Anbieter um Kunden. „Die deutschen Dienste tun sich schwer mit der Expansion“, beobachtet Wiechers, „umgekehrt beißen sich internationale Anbieter die Zähne am hiesigen Markt aus“. Kenner spekulieren nun, eDarling sei für den Verkauf gegründet worden. „Das wäre ein Exit-Szenario“, sagt Wiechers und verweist auf die Investoren Samwer, die bekannt wurden mit dieser Taktik. „Der Verkauf ist eine Möglichkeit“, sagt Lukas Brosseder, einer von drei Affinitas-Geschäftsführern. „Wir wollen vor allem ein solides Geschäft entwickeln.“ vs *


Flirten, Dating, Partnersuche

* 2008 gaben die Deutschen laut Singlebörsen-Vergleich 163 Mio. Euro für Dating aus – verglichen mit 2007 18 Prozent plus.

* Pro Monat klicken sich sieben Millionen Nutzer auf der Suche nach einem Partner durch Singlebörsen, weitere drei Millionen sind auf erotische Abenteuer aus.

* Der Pro-Kopf-Umsatz von Singlebörsen liegt in den USA bei 3,10 Euro, hier bei 2 Euro: Die Erlöse sind also noch steigerungsfähig.

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