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1&1 klagt gegen Post: De-Mail wird behindert

Die rechtsverbindliche E-Mail kämpft mit Anlaufproblemen

Soll Einschreiben auf Papier ersetzen: Die rechtsverbindliche De-Mail

Ein geschmeidiger Start sieht anders aus: Ein halbes Jahr nach dem Beginn der Vorregistrierungsphase für De-Mail- Adressen sind die Voraussetzungen für den Einsatz der rechtsverbindlichen E-Mail noch nicht gegeben – und der Mitinitiator United Internet bezichtigt die Deutsche Post nun der bewussten Behinderung des Projekts.

Kein Post-Ident-Verfahren

Vor dem Kölner Landgericht hat jetzt die United-Internet- Tochter 1&1 Klage gegen die Deutsche Post AG eingereicht. Der Vorwurf: Die Post nutze ihre Monopolstellung wettbewerbswidrig aus, um die Einführung von De-Mail zu behindern. Auslöser für die Klage ist nach Auskunft von 1&1-Sprecher Michael D’Aguiar die Kündigung des Post-Ident-Verfahrens für 1&1-Kunden, die zur Nutzung von De- Mail einmalig ihre Identität festsellen lassen müssen.D’Aguiar sagt dazu: „Die Post hat einen laufenden Vertrag gekündigt und uns einen Alternativvertrag vorgelegt, der zwar das Post-Ident-Verfahren beinhaltet, jedoch nicht für De-Mail.“

Die rechtsverbindliche E-Mail ist ein Projekt, an dem neben der Bundesregierung United Internet und T-Online beteiligt sind.Mit ihren Mail-Portalen Web.de, Gmx.net, und 1und1.de sowie mit den TOnline- Adressen erreichen die Partner einen Marktanteil von über 50 Prozent aller E-Mail-Adressen in Deutschland. Ein Gesetz, das De-Mail tatsächlich rechtsverbindlich macht, ist bislang allerdings noch nicht verabschiedet worden.

De-Mail macht der Post an zwei Fronten Konkurrenz: Beim klassischen Geschäft mit Einschreiben auf Papier sowie beim E-Postbrief. 1&1 will sich durch den Widerstand nicht beeindrucken lassen. Sprecher D’Aguiar sagt: „Der Start der De- Mail verzögert sich durch die Klage nicht. Zu Verzögerungen kann es einzig durch das schleppende Gesetzgebungsverfahren kommen, nicht durch die Klage.“ fk

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