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Dramatisches Wachstum

Interview

Oliver von Wersch,

Leiter der Unit Mobile Advertising aus der Fachgruppe Mobile des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW), Düsseldorf

www.bvdw.org

Herr von Wersch, wo entwickelt es sich denn hin, das Mobile Advertising?

Oliver von Wersch: Es wächst weiter, und zwar sehr stark. Derzeit ist es so, dass sowohl vermarktbare Reichweite als auch Budgets und Kampagnenaufkommen dramatisch ansteigen. Die Smartphone- Penetration erhöht sich ständig. Dadurch entstehen neue Reichweiten, und seit circa sechs Monaten beginnt der mobile Werbemarkt, auch in puncto Spendings mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.

Sie sind auch einer der Geschäftsleiter des Vermarkters G+J Electronic Media Sales. Gibt es eine Tendenz der Kunden, bevorzugt in Apps oder im „offenen“ mobilen Netz werben zu wollen?

Von Wersch: Nein, die Werbekunden und Media-Agenturen interessieren sich ja in der Regel für Zielgruppen beziehungsweise die gebuchten Kontakte. Ob sie diese über Apps oder Mobile Websites erreichen, ist meist sekundär. Ganz selten gibt es Sponsoring-Fälle, in denen ein Unternehmen exklusiv in einer App wirbt. Zum Start der „Spiegel“-App hat das zum Beispiel Mobile.de gemacht.

Worin sehen Sie das langfristige Potenzial mobiler Werbung?

Von Wersch: Die Digital-Budgets werden sich in Online-, Tablet- und mobile Werbung aufteilen. Wie viel Geld künftig wo landet, ist noch nicht genau abzusehen. Generell halte ich Mobile Advertising aber für einen Werbekanal, in dem fortan noch deutlich mehr Geld ausgegeben wird, weil die mobile die stationäre Internet-Nutzung bald überholen wird. Der große Vorteil von Mobile: Sie erreichen Zielgruppen unterwegs, ortsbasiert, mit starker Aufmerksamkeit und damit in anderen Situationen als im stationären Internet.

Wem kann das nutzen?

Von Wersch: Navigationssysteme-Herstellern beispielsweise. Wenn diese auf mobilen Endgeräten werben, dann erreichen sie den potenziellen Kunden in einer Situation, in der unter Umständen ein Location-Based Service gefragt sein könnte. Oder ein Retailer könnte es verwenden, um lokale Sonderangebote anzubieten. Aber ich denke auch an Automarken. Zwar kauft niemand einen Neuwagen übers Smartphone. Darauf zu werben, hilft aber, effizient Probefahrten zu generieren und eine Marke in einem „innovativen Licht“ zu präsentieren.

Mobile Advertising eignet sich also auch für Branding-orientierte Kampagnen?

Von Wersch: Absolut. Wie in allen anderen Kanälen auch, sind sowohl Branding- als auch Performance-orientierte Werbeformen möglich.

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