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Fünf Affiliate-Albträume

Tipps für den richtigen Umgang mit Publishern im Partnerprogramm

Immer nur Stress mit den Publishern?  Der amerikanische Affiliate- Marketing-Profi Geno Prussakov hat probate Gegenmittel parat

Affiliate Marketing kann ein mächtiges Vertriebs-Tool sein – oder mächtig in die Hose gehen. Grund dafür sind oft Fehler im Umgang mit den Publishern, meint Evgenii „Geno“ Prussakov, Affiliate-Marketing- Experte aus den USA und Gründer von Affilionomics. Im Blog „Get Elastic“ (www.getelas tic.com ) verriet Prussakov die fünf größten Fehler im Affiliate Management – und wie man sie vermeidet.

1. Der Gutschein-Code

Gutschein-Seiten haben sich inzwischen als ein wichtiges Affiliate-Geschäftsmodell etabliert. Viele Kunden suchen regelmäßig nach Gutscheinen, bevor sie etwas bestellen. Allerdings kann ein Eingabefeld für einen Promotion-Code auf der Website einen Kunden, den der Merchant schon fest auf seiner Seite hatte, wieder dazu bringen, im Netz nach einem entsprechenden Coupon zu suchen. Das Resultat: Eine Provision wird fällig, die Marge sinkt. Außerdem zahlt der Coupon-Kunde niemals den vollen Preis. Prussakov schlägt zwei Lösungen vor:

1. Keine reinen Preisrabatt-Gutscheine anbieten sondern eher Coupons nach dem Muster „Kauf zwei und das dritte ist gratis.“ Dadurch steigt der Umsatz.

2. Dem Kunden das Coupon-Anfordern ermöglichen, ohne dass er den Warenkorb verlässt. So bleibt er bei der Stange.

2. Den Kontakt beenden

Wenn ein Affiliate zwar viele Klicks liefert, aber wenige Sales bringt, dann liegt schnell der Verdacht eines Betrugs in der Luft. Bevor ein Merchant diesen Affiliate aus seinem Netzwerk kickt, empfiehlt Prussakov ein bisschen Recherche: Im direkten Gespräch mit dem Affiliate und dem Netzwerkbetreiber kommen vielleicht andere Ursachen ans Licht. Auch vom vorschnellen Kündigen der inaktiven Affiliates hält der Experte wenig. Eine Phase der Inaktivität kann rasch wieder vorbei sein, außerdem kosten Affiliates, die keine Klicks bringen, den Merchant auch kein Geld.

3. Marken-Ärger

Markenrechtsverletzungen durch Affiliates fügen dem Merchant vor allem in Adwords-Kampagnen und bei Domains Schaden zu – hier muss er dem Affiliate gegebenenfalls Provision zahlen, weil er bei SEO und SEA vor dem Merchant landet. Hier ist es wichtig, in der Programmbeschreibung klar aufzuführen, wo Affiliates Markennamen verwenden dürfen und wo nicht. Außerdem empfiehlt Prussakov den Einsatz geeigneter Tools, um Brand Bidding auf die Spur zu kommen.

4. Das Geschäftsmodell

Nicht jedes Werbemodell passt zum beabsichtigten Geschäftszweck. Wenn zum Beispiel viele Bestellungen innerhalb der Rücktrittsfrist storniert werden, stimmt irgendetwas nicht. Vielleicht ködert ein Online- Spieleportal Gamer mit virtueller Währung – und die Besteller haben gar keine echte Kaufabsicht. Werbeformen, die bei einzelnen Artikeln funktionieren mögen, klappen vielleicht nicht bei Service- Verträgen mit langer Laufzeit.

5. Schleichwerbung vermeiden

Der letzte Albtraum, den Prussakov erwähnt, hat vor allem in den USA schon vielen Merchants massiven Ärger eingebracht. Seit 2009 schreibt nämlich die Federal Trade Commission vor, dass Geschäftsbeziehungen zwischen Affiliate und Merchant dem Besucher einer Website offengelegt werden müssen. Auch in Deutschland ist Schleichwerbung verboten. Deshalb sollten beide Seiten ein Interesse daran haben, dass Werbung auch klar als solche gekennzeichnet wird. fk  ❚

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