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Google ist nicht zu stoppen

Mit klugem Investment und eigenen Innovationen wehrt sich Google gegen Microsoft und Facebook

Vielfach attackiert: Suchgigant Google verteidigt sich gegen seine Gegner und bleibt innovativ wie eh und je – das neueste Projekt heißt Google Plus

Die Meldung ließ so manchen Google-Gegner Morgenluft wittern: Google, ohnehin von der Konkurrenz aus Microsoft, Apple und dem Emporkömmling Facebook arg bedrängt, sitzt jetzt auch noch die US-Wettbewerbsbehörde FTC im Nacken. Dem Suchgiganten ist unliebsame Post ins Haus geflattert: die amerikanischen Wettbewerbshüter haben Google formelle Auskunftsanträge zukommen lassen. Das bedeutet: Ab sofort steht der Branchenprimus im Visier des Kartellamts. Man will prüfen, ob Google seine Vorherrschaft im Suchmarkt missbraucht, um die User zum Nachteil der Wettbewerber auf die eigenen Online- Angebote zu leiten.

Die Google-Gegner schwenken ihre Fahnen jedoch zu früh. Denn die Nummer eins im Suchmarkt hat die Gefahren längst ausgemacht und schlägt zurück. Das zeigt unter anderem eine Untersuchung der Schickler Unternehmensberatung, die INTERNET WORLD Business exklusiv vorliegt (siehe Seite 12). Die Analysten nahmen 250 Großinvestitionen im Online-Bereich von Google, Microsoft, Apple, Facebook und Amazon der letzten zwei Jahren unter die Lupe. Ein Blick auf die Investitionen während dieser Zeit zeigt: Google tut viel für seine Hegemonie im Suchmarkt und ist gleichzeitig bemüht, neue Geschäftsfelder zu erschließen. „Jeden Monat ein Zukauf“ – diese Devise hatte Eric Schmidt vor zwei Jahren ausgegeben; ein Teil der investierten Gelder floss in den Ausbau der Kernkompetenz: Semantische Funktionen, Flugsuche, Bildersuche – alles Ergebnisse klug geplanter und geschickt integrierter Zukäufe, mit denen sich Google den Konkurrenten Bing vom Hals halten will.

Zwei weitere große Investmentziele des Suchgiganten sind Vernetzung und Social Media. Das Ergebnis davon wurde nach langen Spekulationen dieser Tage vorgestellt: Google Plus heißt das neueste, ambitionierte Projekt aus Mountain View, das Facebook und auch Apple in die Schranken weisen soll (siehe Seite 2). So viel ist klar: Mit dem Google-Bot ist immer noch zu rechnen. il

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