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Handy wird zur Geldbörse

Near Field Communication beherrscht die Online Marketing Show in London

Londoner Catwalk: Die Online Marketing Show präsentierte neueste Trends

Near Field Communication war eines der beherrschenden Themen auf der Online Marketing Show in London. Doch auch dem Großteil des versammelten Fachpublikums, Online- Marketing-Experten aus aller Welt, sagte das Kürzel „NFC“ nicht allzu viel.

Eine neue Sau, die durch das digitale Dorf getrieben wird? Bereits seit einigen Jahren ist die Technologie, die einen kontaktlosen Austausch von Daten per Mobilfunkgerät ermöglicht, in der Entwicklung. Erst jetzt aber zeichnet sich ab, dass die NFC-Technologie, die bereits zu zahlreichen Umsatzprognosen für mobile Bezahlsysteme Anlass gab, in Großbritannien endlich zum Einsatz kommt: Google stellte im Mai seinen mobilen Geldbeutel „Google Wallet“ vor. Android-Nutzer können darüber mit ihrem Smartphone bezahlen. Mitte Juni kündigte der führende britische Mobilfunkbetreiber Everything Everywhere – die Firma, die in Großbritannien die Netze von Orange und T-Mobile vermarktet – ebenfalls einen solchen Service an. Und auch Vodafone und Telefónica O2 wollen in einem Joint Venture bis Ende dieses Jahres eine gemeinsame Lösung für mobiles Bezahlen und mobiles Marketing entwickeln.

Agenturen und Online-Dienstleister versprechen sich von Near Field Communication viel Potenzial: „Ich rate Brands und Unternehmen dringend, sich jetzt mit der Thematik zu beschäftigen“, so Greg Le Tocq, Geschäftsführer von Vouchercloud, einem Start-up, das mobile Voucher- Kampagnen umsetzt. David Fieldhouse, Gründer und Strategiedirektor von Lucidity Mobile, erwartet die Trendwende spätestens, wenn Tesco, einer der größten Einzelhändler in Großbritannien, NFC einführt: Mit Google Wallet sei NFC zwar zum Thema für die Öffentlichkeit geworden, die digitale Community aber müsse das Ganze erst noch begreifen, ist Fieldhouse überzeugt. Der Chefstratege der auf mobile Kampagnen spezialisierten Agentur Lucidity mit Sitz in London weiter: „NFC wird richtig in Fahrt kommen, wenn ein Unternehmen wie Tesco, das die Technologie bereits im Rahmen der Tesco Clubcard nutzt, großflächig mobile Bezahlmöglichkeiten einführt.“

Wesentlich weiter vorangeschritten – das zeigte sich auf der Londoner Fachmesse – ist die Branche bei mobilem Marketing und auch bei M-Commerce. Nach aktuellen Erhebungen des Internet Advertising Bureau (IAB) nutzen bereits 51 Prozent der britischen Bevölkerung auf die eine oder andere Art M-Commerce. Dazu zählt die dem Kauf vorangeschaltete Online-Suche per Smartphone genauso wie der Kauf des Produkts nach Erhalt einer SMS-Werbung. Direkte Kaufprozesse über ihr Mobiltelefon tätigen auf der Insel inzwischen 27 Prozent der Bürger.

Für Unternehmen wie das Online-Modeunternehmen Asos.com sprechen die Zahlen ebenfalls bereits für sich: Nach dem Launch der mobilen Website im letzten Jahr wurden im Dezember 2010 rund eine Million britische Pfund über mobile Transaktionen umgesetzt, berichtet dass Unternehmen auf der Fachmesse. ❚

Barbara Geier

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