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EBAY-STUDIE

Die Zukunft des Einkaufens

Eine eBay-Studie hat Einschätzungen der Verbraucher zur Entwicklung des künftigen Einkaufs ermittelt

Werden Läden künftig nur noch als sogenannte Showrooms genutzt, bei denen Kunden sich Produkte vor Ort ansehen und anschließend online kaufen? Davon sind immerhin 13 Prozent der Verbraucher überzeugt, weitere 35 Prozent halten diese Entwicklung für „wahrscheinlich“. Vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sind dieser Auffassung. Zu diesem Ergebnis kommt die eBay-Studie „Future of Shopping“, für die das Marktforschungsinstitut Innofact 1.005 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 60 Jahren befragt hat. Allerdings gefällt nur etwa jedem Dritten diese Vorstellung, die Mehrheit der Befragten ist eher skeptisch gegenüber dem Phänomen des Showrooms.

Einig sind sich die Befragten, dass der stationäre Handel in zehn Jahren einen deutlichen Rückgang zugunsten des Online-Handels erleben wird – in allen Produktbereichen. Auch beim mobilen Einkauf per Handy oder Smartphone wird ein deutlicher Anstieg erwartet. 78 Prozent glauben, dass Programme und Applikationen sowie Downloads künftig nur noch online gekauft werden, über die Hälfte erwartet das zudem bei elektronischen Medien, Reisen und Büchern. Dass auch Lebensmittel eines Tages nur noch über das Internet erworben werden, glauben dagegen nur 11 Prozent. So kann es sich auch nur ein Drittel der Befragten – vor allem jüngere Menschen – vorstellen, Alltagseinkäufe nach Hause liefern zu lassen.

Knapp 60 Prozent der Befragten gaben an, öfter online oder mobil zu bestellen, wenn die Ware noch am selben Tag geliefert würde. Besonders für die jüngeren Befragten wäre das ein Anreiz.

Kaufanreiz durch bessere Logistik

Als mögliche Logistikentwicklung nannten die meisten Personen, dass Lieferungen in Ballungsräumen künftig innerhalb weniger Stunden zugestellt werden könnten (70 Prozent). 67 Prozent können sich zudem vorstellen, dass Pakete in Zukunft automatisch verpackt werden. Wichtig ist zwei Dritteln der Verbraucher darüber hinaus ein zertifizierter Umweltnachweis eines Logistikanbieters. Die Befragung ist Teil der eBay-Studie „Die Zukunft des Handels“. INTERNET WORLD Business veröffentlicht als exklusiver Medienpartner sämtliche Ergebnisse online. tdz

Weitere Infos unter www.internetworld.de/webcode

WEBCODE 1214026

Weitere Teilergebnisse der Studie „Die Zukunft des Handels“ finden Sie unter diesem Webcode


Interview

„Es wird unterschiedliche Arten des Einkaufens geben“

Alexander Brem,

Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

www.uni-erlangen.de

Sie sind einer der teilnehmenden Experten des Projekts „Die Zukunft des Handels“. Wie stellen Sie sich den Einkauf der Zukunft vor?

Alexander Brem: Es werden sich unterschiedliche Arten des Einkaufens entwickeln. In die Läden geht man gern, wenn man Lust zum Shoppen hat und zum Beispiel Kleidung oder komplexe Elektronik anschauen und kaufen will. Viele andere Einkäufe im Discounter oder Supermarkt sind dagegen oft ein notwendiges Übel, das viele Familien den Samstag kostet. Einige Waren könnte man doch problemlos online oder auch im Abonnement bestellen.

Aus einer Verbraucherumfrage im Rahmen dieses Projekts geht aber hervor, dass die Konsumenten sich gerade in Bezug auf Lebensmittel nicht vorstellen können, auf den Einkauf zu verzichten. Wie erklären Sie sich das?

Brem: Ich denke, die Antworten basieren auf heutigen Erfahrungen. 95 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie Lebensmittel stationär kaufen, das ist erheblich mehr als in jeder anderen Produktgruppe, die wir abgefragt haben. Verbraucher gehen da natürlich nicht gleich von einer Revolutionierung ihres Einkaufsverhaltens aus. Immerhin rechnen sie aber damit, in zehn Jahren ein Fünftel der Lebensmitteleinkäufe online oder mobil zu tätigen. Zwei Drittel der Befragten halten die Lieferung von Alltagseinkäufen nach Hause zumindest für möglich. Das zeigt doch schon das Potenzial dahinter.

Fast jeder zweite Verbraucher kann sich vorstellen, in Zukunft nur noch online einzukaufen. Warum sind Sie trotzdem der Ansicht, dass es weiterhin stationäre Läden geben wird?

Brem: Weil Einkauf nicht gleich Einkauf ist – man will auch noch etwas erleben und nicht nur zu Hause sitzen. Ein Auto werden Sie vor dem Kauf immer Probe fahren wollen. Auch ein teures Schmuckstück werden Sie eher nicht im Internet kaufen. Dinge, die mit keiner so hohen emotionalen Bindung einhergehen, können Sie einfacher online bestellen.

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