INTERNET WORLD Business





Auf die Lizenz kommt’s an

Wie Sie teure Fehler bei der Verwendung von Stockphoto-Bildern vermeiden

Schnell, günstig und mit rechtlichen Fallstricken: Stockphotos

Blogger und Newsportale setzen gleichermaßen auf die großen Stockphoto-Dienste wie iPhoto, Shutterstock und Fotolia. Dabei sollte man aber die eine oder andere rechtliche Stolperfalle beachten.

Nutzung von Stockphotos

Zunächst sollte man sich klarmachen, dass Stockphotos nicht gekauft, sondern lizenziert werden, das heißt, es werden Nutzungsrechte erworben. Alle Bildagenturen verlangen in ihren Stockphoto-Lizenzbedingungen, dass der Verwender einen Bildquellennachweis setzen muss. Dieser Hinweis muss den Vorgaben der Bildagentur entsprechen und auf der jeweiligen Internet-Seite oder im Impressum der Webseite angebracht werden. Da sich die einzelnen Lizenzbedingungen sehr stark unterscheiden, empfiehlt es sich, die Auflagen jedes Anbieters genau zu studieren und zu prüfen, ob die geplante Nutzung gegen die Vorgaben der Bildagentur verstößt. Bei Missachtung der Lizenzbedingungen kann der Verwender eine kostenpflichtige Abmahnung erhalten, in der die Erstattung der Anwaltskosten sowie Schadensersatz gefordert werden.

Stockphotos in Social Media

Da Bildagenturen ihr Geld mit der Lizenzierung von Bildern verdienen, ist üblicherweise auch die Weitergabe des erworbenen Nutzungsrechts, das heißt die sogenannte Unterlizenzierung, ausgeschlossen. Dies hat zur Folge, dass die lizenzierten Fotos nicht auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Google+ verwendet werden dürfen, denn für die Nutzung der Bilder auf solchen Plattformen ist es notwendig, den Plattformbetreibern ein uneingeschränktes Nutzungsrecht an den Fotos einzuräumen. Getty Images, eine der größten Bildagenturen, schließt die Nutzung auf Social-Media-Plattformen sogar explizit in ihren Lizenzbedingungen aus. Zwar hat das Landgericht Berlin vor Kurzem festgestellt, dass die relevante Klausel in den Facebook-Nutzungsbedingungen unwirksam ist, dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig (Az.: 16 O 551/10). Derzeit gilt daher auf jeden Fall: Finger weg von Stockphotos im Social-Media-Bereich! Dies trifft auch für Thumbnail-Vorschaubilder beim Verlinken von Websites auf Fanpages zu.

Das fehlende Recht zur Unterlizenzierung stellt auch Werbeagenturen vor große Probleme. Denn gerade Werbeagenturen benötigen die Möglichkeit, über einzelne Bilder frei zu verfügen und diese in Kundenprojekten zu nutzen. Zwar erlauben einige Bildagenturen explizit die Nutzung eines Bildes in einem einzelnen Kundenprojekt, doch die Verwaltung der lizenzierten Bildrechte wird enorm aufwendig, wenn alle Bildrechte für die Agentur selbst lizenziert werden. Wir empfehlen daher Werbeagenturen, im Auftrag der Kunden eigene Accounts bei den Stockphoto-Anbietern anzulegen und die Nutzungsrechte direkt im Namen des Kunden zu erwerben. Stockphotos werden auch immer wieder zum Ärgernis für Webseiten-Betreiber. Üblicherweise hat man als Seitenbetreiber keinen Einfluss darauf, welche Fotos von Usern in Kommentaren oder Foren gepostet werden.

User Generated Content

Soweit die User nicht lizenzierte Fotos auf der eigenen Website verwenden, haftet der Website-Betreiber aber nicht und eine gegebenenfalls eintreffende Abmahnung geht ins Leere. Zwar muss der Seitenbetreiber das Foto auf seinem Server löschen, sobald er von dem rechtswidrigen Inhalt erfährt, er muss aber keine Unterlassungsverpflichtung abgeben oder irgendwelche Zahlungen an die Bildagentur leisten. ❚

MARCUS DURY


Darauf müssen Sie achten:

❚ Genau beachten, welche Rechte die Stockphoto-Lizenz einräumt

❚ Bildquelle immer angeben

❚ Für Lizenzverstöße, für die der Seitenbetreiber nicht verantwortlich ist, haftet er so lange nicht, wie er davon nichts weiß

Weitere Bilder
comments powered by Disqus