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Hausgemachte Probleme

Mediablix analysiert, woran die Konversionsrate von Media Markt krankt

0,3 Prozent Konversionsrate kann man ganz leicht steigern

Mit einer Konversionsrate von 0,3 Prozent im Webshop mag Media Markt seine lokalen Filialgeschäftsführer beruhigen können, die E-Commerce-Abteilung jedoch sollte mit solchen Werten nicht zufrieden sein. Wir haben die Bielefelder Usability-Agentur Mediablix gebeten, die größten Konversionsraten-Killer auf Mediamarkt.de aufzuspüren.

Das Fazit der Tester: Statt sich optimal auf den Kunden einzustellen, versucht Media Markt, ein etabliertes Sortimentskonzept aus dem Laden in den Online Shop zu transportieren. Dabei wird aber durchgängig viel Platz für Werbung und unnötige Informationen wie das an jeder Stelle präsente ausführliche Produktmenü verschwendet.

Ein Blick auf die Details zeigt: Schon die Startseite unter Mediamarkt.de lenkt den Kunden durch viele Aktionen, Gesichter und Werbemaßnahmen von seinem Einkaufsvorhaben ab. Konkrete Produkte sind auf der Hauptseite genauso wenig zu finden wie vertrauensbildende Gütesiegel oder Garantien. Auch das Layout wirkt unausgegoren: Die beiden untereinanderstehenden Home Buttons irritieren. Darüber hinaus sind die gewählten Schriften verhältnismäßig schwer zu lesen.

Ähnlich unausgegoren geht es auf den Produktseiten weiter: Die Untermenüs wirken unübersichtlich und sind in ihrer Systematik nur schwer zu durchschauen. So werden beispielsweise Telefone unter dem Reiter „Computer und Büro“ zusammengefasst. Intuitiv würde der Nutzer hier wohl nicht danach suchen.

Im rechten Teaser-Bereich verschmelzen ohne sichtbaren Kontrast Warenkorb, Prospekte, der Download- Shop und sonstige Hinweise. Der Kunde würde an dieser Stelle aber wohl zusätzliche Produktinformationen oder Zubehörvorschläge erwarten. Darüber hinaus fehlen ausführliche Produktbeschreibungen und Hinweise auf akzeptierte Zahlungsmittel. „Media Markt verkauft die Produkte online ähnlich wie im Laden eher über den Preis und das Foto als über Hersteller und erweiterte Infos. Das machen Online Pure Player einfach besser“, hält Mediablix-Mitgründer Kai Essig fest. Auch bei der Shop-Suche gibt es Optimierungsbedarf. Sucht ein Kunde nach „Samsung Smart TV“, erhält er keinen einzigen passenden Treffer – dabei gibt es im Shop eigentlich acht Geräte.

Und im Warenkorb finden sich zu viele Zusatzoptionen, die den Nutzer beim Online- Kauf verunsichern. So wird ein Anschluss- Service nur bei telefonischer Bestellung gewährt – die Telefonnummer indes sucht der Kunde vergebens. „Im Warenkorb erwarte ich diese Infos nicht“, erklärt Essig.

Seine Empfehlung an die Ingolstädter Handelskette lautet: weniger Werbung, bessere Lesbarkeit, mehr Produktinfos und Bewertungen, optimalere Menüs und mehr Vertrauenselemente. Dann klappt’s auch mit der Konversionsrate. dz

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