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Gewinnspiele auf Facebook

Das Social Network hat die Regeln vereinfacht – Veranstalter müssen dennoch aufpassen

Wer „liked“, kann nun auch etwas gewinnen

Facebook hat die Richtlinien für Promotions, also für Gewinnspiele und Wettbewerbe aller Art, radikal vereinfacht. Die wichtigste Änderung besteht darin, dass Gewinnspiele jetzt auch außerhalb von Gewinnspielapplikationen stattfinden dürfen. Damit wird es zwar einfacher, solche Promotions bei Facebook zu veranstalten, aber auch Rechtsverstöße können so leicht passieren. Die nachfolgenden Hinweise zeigen, wie die neuen Facebook-Regeln eingehalten und zugleich Abmahnungen vermieden werden können.

Applikationen nicht mehr nötig

Gewinnspiele dürfen in Postings oder Kommentaren platziert werden und etwa wie folgt lauten: „Der Kommentar mit den meisten Likes gewinnt“ oder „Um teilzunehmen, postet Bilder auf unserer Chronik“ . Auch die unaufgeforderte Teilnahme von Fans ist möglich, also „Fans nehmen automatisch am Gewinnspiel teil“ oder „Ab 1.000 Fans wird unter allen ein Gewinn verlost“. Ebenfalls ist es nun zulässig „Like“-Buttons bei Abstimmungen einzusetzen, zum Beispiel „Das Bild mit den meisten Likes gewinnt“.

Profiling und Tagging verboten

Es ist weiterhin verboten, die Chroniken der persönlichen Profile für Gewinnspiele einzusetzen. Daher sind folgende Gewinnspiele unzulässig: „Teilt den Beitrag auf Eurer Chronik, um zu gewinnen“ oder „Alle, die den Hashtag #GewinnMitXGmbH verwenden, nehmen am Gewinnspiel teil“ . Ebenso wenig dürfen Nutzer aufgefordert werden, sich in einem beliebigen Bild zu markieren, außer die Nutzer sind tatsächlich auf dem (Werbe-)Motiv zu sehen. Da das in der Praxis selten vorkommt, scheidet Tagging für Gewinnspiele praktisch aus.

Informationspflichten

Facebook besteht weiterhin auf einen Hinweis, dass es nichts mit der Veranstaltung des Gewinnspiels zu tun hat und insoweit nicht als Ansprechpartner bei Problemen bereitsteht. Des Weiteren müssen folgende Informationspflichten erfüllt sein:

❚ Beginn und Ende des Gewinnspiels

❚ Teilnahme-und Gewinnvoraussetzungen

❚ Kontaktmöglichkeiten des Veranstalters

❚ Datenschutzhinweise

Das Problem dabei ist, dass all diese Hinweise sich schlecht in einem Posting unterbringen lassen. Dem kann aber mit dem Verweis auf Teilnahmebedingungen auf einer separaten Webseite abgeholfen werden, etwa so: „Es gelten unsere Teilnahmebedingungen: http://…“ .

Bei der Gelegenheit können noch zusätzliche, empfehlenswerte Bedingungen aufgenommen werden, dazu gehören:

❚ Einschränkung des Teilnehmerkreises

❚ Vorbehalt, das Gewinnspiel ändern oder beenden zu können

❚ Hinweise an die Teilnehmer, die Rechte Dritter zu beachten

❚ Berechtigung, die Namen der Teilnehmer zu nennen und deren Beiträge zu veröffentlichen

Fazit: Apps bleiben wichtig

Trotz der Änderungen behalten Gewinnspielapplikationen ihre Berechtigung, nicht nur weil obige Vorgaben sich mit ihnen einfacher umsetzen lassen. Auch die Generierung von E-Mail-Adressen zu Werbezwecken ist weiterhin lediglich in Gewinnspielapplikationen erlaubt, denn nur in ihnen lassen sich Kontrollkästchen integrieren, die die Teilnehmer für eine Einwilligung anklicken können. ❚

RA THOMAS SCHWENKE


Das müssen Sie beachten

❚ Ab sofort können Gewinnspiele auf Facebook auch außerhalb spezieller Gewinnspielapplikationen stattfinden.

❚ Nutzer dürfen nicht aufgefordert werden, Beiträge in ihrer eigenen Chronik zu posten oder sich selbst auf Bildern zu markieren, auf denen sie nicht zu sehen sind.

❚ Ein Verweis auf die Teilnahmebedingungen ist erforderlich.

❚ Sollen mit einem Gewinnspiel E-Mail-Adressen generiert werden, sollte dies über eine App laufen, weil andernfalls die zum Werbeversand notwendige Zustimmung nicht einholt werden kann.

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