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Gläser mit Perspektive

Eyeglass24 vertreibt optische Gläser online und montiert sie in Brillen

Eyeglass24.de: Die fünf Gründer (li.) differenzieren den Optikmarkt weiter aus

Mister Spex, Brille24 oder Netzoptiker haben das Optikergeschäft ins Internet gebracht. Mit einer Spezialisierung kommt nun Eyeglass24 auf den Markt: Das Start-up aus München verkauft und montiert nur die Brillengläser.

„Wir adressieren den Massenmarkt“, erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Jascha Chong Luna, „also Kunden, die sich eine Zweitbrille gekauft haben, ein altes Gestell in der Schublade wieder entdecken oder vom Flohmarkt eine Brille haben, deren Gläser beschädigt sind.“ Ihnen verspricht das Gründerquintett Gläser in Optikerqualität, aber bis zu 80 Prozent billiger als beim Spezialisten: „Wir kaufen bei denselben Herstellern wie Optiker“, so Chong Luna, „und können die Gläser dank effizienter Prozesse günstiger verkaufen.“ Kunden geben online die Werte der Gläser ein, und während ihre Brille auf dem Weg zu den Münchnern ist, ordern diese die Gläser. Die Lagerhaltung von Gestellen und Gläsern entfällt.

Das Geschäftsmodell klingt vielversprechend: Allein in Deutschland werden pro Jahr sechs Millionen Brillen mit neuen Gläsern ausgestattet – das sind mehr als 15.000 pro Tag. 1,2 Milliarden Euro lassen sich deutsche Verbraucher die klare Sicht kosten. „Wir montieren zurzeit sieben bis zehn Gläser pro Tag“, berichtet Chong Luna. „Die meisten unserer Kunden sind über 35, 40 Jahre alt, viele schicken ein gebrauchtes Gestell mit, einige auch ein neues.“ Unter den 1.500 Bestellungen, die das Start-up seit dem Start Ende 2012 bearbeitet hat, finden sich schon erste „Wiederholungstäter“. Die Retourenquote liegt unter zwei Prozent. Kunden können die Gläser innerhalb von 100 Tagen beanstanden oder zurückgeben. Das kommt bei Brillenträgern und Investoren an: Eyeglass24 überzeugte Seven Ventures, hat eben deren Accelerator-Programm durchlaufen und beim Gründerwettbewerb des Unternehmens in London den Publikumspreis gewonnen. Die Expansion ins deutschsprachige Ausland werden erste Investoren finanzieren. vs

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