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Gmail schadet Newslettern

Seit Einführung eines neuen User Interfaces stürzen die Öffnungsraten ab

Sieht modern aus, hat aber Tücken: Neue Mailbox-Oberfläche von Gmail

Als Google das Design seines Mail-Dienstes Gmail im Sommer 2013 änderte, rieben sich nicht nur die Nutzer die Augen: Statt wie bisher eingehende Mails chronologisch aufzulisten, fasst Gmail die Nachrichten jetzt zu „Konversationen“ zusammen und garniert sie mit einem großen Icon zur Unterscheidung – Flat Design lässt grüßen. Zunächst vor allem auf Android-Handys zu besichtigen, betrifft die Umstellung seit einiger Zeit auch das Web Interface auf dem PC-Desktop.

Zweistelliger Rückgang bei Groupon

Was den Nutzern den Überblick erleichtern soll, hat für Newsletter-Versender teils fatale Folgen: So berichtet das US-Fachblog „Internet Retailer“, dass der Coupon-Betreiber Groupon im dritten Quartal 2013 bei seinen Mails einen zweistelligen Rückgang bei der Öffnungsrate beobachten musste. Groupon-CEO Eric Lefkowski führt das darauf zurück, dass Gmail die Mails des Couponing-Portals mit anderen Werbemails unter „Promotions“ zusammenfasst und so der unmittelbaren Aufmerksamkeit der Nutzer entzieht. Der Manager, der sein Unternehmen als einen der größten E-Mail-Versender weltweit einstuft, will jetzt stärker den Einsatz anderer Marketingkanäle ausloten.

Deutsche Versender sind von dem Gmail-Problem noch nicht in dem Maße betroffen, was in erster Linie am Marktanteil liegt: Während sich Gmail in den USA einen Wettkampf mit Yahoo um Platz 1 liefert, rangiert Googles Gratis-Mailbox in Deutschland auf Platz 5 – mehr als die Hälfte aller von Privatleuten primär genutzten Mailboxen werden von den United-Internet-Töchtern GMX und Web.de betrieben. United Internet Media bietet hier mit „Trusted Dialog“ bereits eine Methode, um legitime Werbemails im Posteingang hervorzuheben. Gmail, das unter Experten als größter Mail Service der Welt gilt, kommt hierzulande nur auf 6,5 Prozent. Allerdings schaffte es Gmail, seinen Marktanteil in Deutschland innerhalb von nur drei Jahren zu verdoppeln – und wird es dabei nicht bewenden lassen. Grund dafür dürfte die Verbreitung von Android-Geräten sein, denn für die braucht man eine Gmail-Adresse. fk

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