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Konkurrenz für TV-Sender

Online-Videotheken gelten als Zukunftsgeschäft. Jetzt drängt Sky mit Snap in den Markt

Snap: Der Pay-TV-Sender Sky startete die Online-Videothek, den User kostet das 9,99 Euro im Monat

In den deutschen Video-on-Demand-Markt kommt Bewegung. Vor wenigen Tagen drängte nun auch der Pay-TV-Sender Sky unter dem Namen Snap in das Geschäft mit den Online-Videotheken. Auf der Plattform Snap sind ab sofort rund 4.000 Filme und Serien abrufbar, darunter Hangover, How I Met Your Mother oder komplette Serien wie die Sopranos. Die Zahl soll in den kommenden Monaten auf rund 10.000 anwachsen. Finanzieren soll sich die Online-Videothek vor allem über die Beiträge: Nach einer anfänglichen Testphase kostet die Nutzung 9,90 Euro im Monat. Werbemöglichkeiten sind vorerst nicht vorgesehen, später aber seien Formen des Presenting oder Sponsoring nicht ausgeschlossen, so ein Sky-Sprecher. Tabu bleibt aber auch künftig jede Form der Unterbrecherwerbung.

Netflix-Manager in Paris

Der Startschuss von Snap erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Hinweise darauf verdichten, dass auch Netflix einen Eintritt in den deutschen Markt erwägt. Netflix ist der Gigant unter den internationalen Online-Videotheken. Die Plattform ist in Europa in Großbritannien, Holland und Skandinavien präsent, nicht aber in Frankreich und Deutschland. Vor Kurzem statteten Manager von Netflix aber hochrangigen Regierungsvertretern in Paris einen offiziellen Besuch ab. Bei den Gesprächen bestätigten sie, dass sie demnächst auch die zuständigen Stellen in Deutschland kontaktieren wollen.

Ein Launch könnte hierzulande einen Big Bang auslösen und für die klassischen TV-Anbieter zur Herausforderung werden. Denn gemessen an den Nutzerzahlen hat die Plattform in den USA mehr Zuschauer als herkömmliche Sender. Zudem ändern sich die TV-Nutzungsgewohnheiten: Immer mehr Menschen machen vom Angebot der Online-Videotheken Gebrauch.

40 Anbieter ringen um Zuschauer

Auf den Werbemarkt dürfte diese Entwicklung vorerst trotzdem keine Auswirkungen haben, sagt Andrea Malgara, Geschäftsführer der Mediaplus Gruppe. Er rechnet vielmehr damit, dass durch die neuen Angebote die TV-Nutzung insgesamt weiter steigt. Die bisherige TV-Planung werde sich allerdings im Laufe der Jahre in eine gezielte Screen-Buchung wandeln, bei der die TV-Spots über Adserver ausgeliefert werden.

In Deutschland tummeln sich derzeit rund 40 Anbieter in dieser Nische. Die bekanntesten unter ihnen sind Maxdome, Watchever oder Lovefilm. Sowohl die privaten wie auch die öffentlich-rechtlichen Sender hatten sich bemüht, den Zukunftsmarkt mit übergreifenden On-Demand-Plattformen zu besetzen, waren aber vom Bundeskartellamt gestoppt worden. hvr

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