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Mittel gegen Irreführung

Die Suchmaschine Yandex berücksichtigt im Ranking keine Links mehr

Yandex-Zentrale Moskau: In Russland viel wichtiger als Google

Die führende russische Suchmaschine Yandex will ab nächstem Jahr bei der Bewertung ihrer Suchergebnisse keine Links mehr berücksichtigen. Darauf wies Alexander Sadovsky, Head of Web Search bei Yandex, auf der Internet Business Conference in Moskau hin. Als Begründung gab er an, dass zu viele der Links gekauft seien und den User nur in die Irre führen. Zahlreiche Webseiten haben sich sogar eine spezielle Linkbroker-Software zugelegt, die täglich automatisch Links dazukauft, um so das Ranking auf Yandex zu verbessern. Schätzungen gehen davon aus, dass 90 Prozent aller Links im russischen Internet bezahlt sind.

In einschlägigen Foren hat die Nachricht Diskussionen ausgelöst, ob auch Google bald auf die Berücksichtigung von Links verzichten wird. Allerdings ist dort die Verlinkung nur noch ein Faktor unter vielen, zudem wird dies streng kontrolliert. Denn vor rund zehn Jahren galt es auch hierzulande als effektives Mittel, mit gekauften Links die eigene Webseite im Ranking zu pushen. Google hat auf diese Auswüchse reagiert und berücksichtigt heute nur noch sogenannte „natürliche Links“, Weiterleitungen, die dem User tatsächlich weiterführenden Content bieten. Beim Verdacht auf „unnatürliche Links“ wird der Betreiber der Website von Google angemailt und darauf hingewiesen, dass er eventuell gegen die „Webmaster-Richtlinien“ verstößt. Er wird aufgefordert, die Seite zu überarbeiten. Wörtlich heißt es: „Nachdem Sie diese Änderungen vorgenommen haben, stellen Sie einen Antrag auf erneute Überprüfung Ihrer Website.“ Bis dahin wandert die Seite im Ranking nach unten. hvr

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