INTERNET WORLD Business





CASE STUDY SUPERCRAFTLAB.DE

Rückgrat im Abo-Commerce

Wer Produkte im Abonnement verkauft, benötigt ein Backend Tool, das mit wiederkehrenden Transaktionen klarkommt

Alle zwei Monate versendet Supercraftlab eine Box mit einem Do-it-yourself-Bastelvorschlag. Das Kit enthält alle Materialien und eine Bastelanleitung

Kreativ sein und etwas mit den eigenen Händen gestalten kommt im Leben vieler (berufstätiger) Menschen oft zu kurz. Damit das nicht so bleibt, versendet der Online Shop Supercraftlab.de Bastel-Kits, die alle „Zutaten“ für eine Do-it-yourself-Dekoration enthalten. Die Kits können als Einzelbox oder als Abo bestellt werden. Alle zwei Monate landen dann neue Deko-Vorschläge bei den Kundinnen und Kunden.

Zwei Designerinnen aus Berlin stecken hinter der Idee: Sophie Pester und Catharina Bruns. Gemeinsam haben sie 2012 ihr Unternehmen Superlabs Studio für kreative Arbeit GbR gegründet. Seitdem denken sie sich immer neue Handarbeitsprojekte aus. Der Shop und die Kits gehen nicht nur an deutsche, sondern auch an internationale Kunden. Für Letztere gibt es eine englischsprachige Version. „Wir haben aktuell mehrere Tausend Kunden in Deutschland und in der EU. Einige Kits versenden wir sogar weltweit“, berichtet Catharina Bruns, eine der beiden Gründerinnen von Superlabs.

Vor dem Start standen die beiden Gründerinnen vor der Frage, mit welcher Software ihr Vertriebskonzept umgesetzt werden kann. Welche Lösung kann wiederkehrende Abrechnungen automatisiert abwickeln? „Selbst eine Lösung zu bauen, kam nicht infrage. Wir sind ja nur zu zweit und keine große Firma mit entsprechendem Kapital“, sagt Bruns. Über eine Google-Suche stießen die beiden Designerinnen auf den „E-Abo Manager“ von Agnitas.

Das Tool ist Kunden- und Abo-Verwaltung sowie ERP-System in einem. Es sorgt nicht nur dafür, dass die Abonnenten korrekt mit den bestellten Produkten beliefert, sondern auch dass Rechnungen regelmäßig erstellt und versendet werden. Acht Verlage arbeiten damit, darunter auch die Neue Mediengesellschaft Ulm, bei der die „INTERNET WORLD Business“ erscheint, oder die Park & Ride Media GmbH aus München. „Supercraft war die erste Anfrage aus dem Nicht-Verlagsbereich“, erzählt Robert Pietsch, Vorstand und Leiter eVerlag bei Agnitas.

Payment-Prozesse in „traditionellen“ Online Shops sind auf die Abwickung einmaliger Transaktionen ausgerichtet. Wenn Kunden aber ein Abonnement (englisch: Subscription) abschließen, müssen nicht nur deren Daten erfasst, sondern auch das Abo-Verhältnis laufend überwacht werden.

Steuern richtig berechnen

Ein weiterer komplizierter Aspekt ist die Berücksichtigung der unterschiedlichen Steuersätze. Welcher Mehrwertsteuersatz kommt in Deutschland zum Tragen? Welche Umsatzsteuer wird beim Versand ins Ausland fällig? Die steuerrechtlichen Vorgaben sind von Land zu Land verschieden, ein Abo-System muss sie alle abbilden.

Die Unit eVerlag bei Agnitas, ein Anbieter von E-Mail-Marketing-Software, hat die Abo-Verwaltungslösung „E-Abo Manager“ in den vergangenen sieben Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Andere Anbieter von Abrechnungs-Tools für Abos sind Reskribe, Pactas und Fastbill.

Nach einer Demophase entschieden sich Bruns und Pester für den E-Abo Manager. Das Alleinstellungsmerkmal des E-Abo Manager gegenüber anderen Subscription-Management-Lösungen sei, dass alle Funktionen, seien es CRM, Abo-Verwaltung, Enterprise Resource Planning oder E-Commerce, online zur Verfügung gestellt werden, betont Pietsch.

Das Implementieren der Lösung ging rasch, erinnert sich Bruns. Die Software wurde innerhalb von zwei Tagen eingerichtet. Zwei Monate nach dem ersten Anruf bei Agnitas ging das erste Paket raus.

Als Software-as-a-Service-Lösung ist der E-Abo Manager auf „Selbstbedienung“ ausgerichtet, erläutert Pietsch. Die Kunden können alle Parameter zu ihren Produkten selbst festlegen. Zum Beispiel Preise, in welchem Abstand der Versand erfolgt oder in welchem Rhythmus gezahlt werden kann. Die Verwaltung sei einfach, findet Bruns, die Kosten dafür überschaubar. „Ohne so ein System hätten wir den Abo-Versand nicht bewältigen können“, bekräftigt sie.

Der Preis für den E-Abo Manager setzt sich zusammen aus einer Grundpauschale, den Kosten für das Hosting der Kundendatensätze und aus Gebühren für optionale Module. Solche Module sind ein „Bestellformular-Generator“ oder ein „Shop-Generator“. Für das Hosting von Kundendatensätzen könne man zwischen drei und sieben Cent pro Datensatz kalkulieren, erläutert Pietsch und macht folgende Beispielrechnung auf: Wenn ein Unternehmen pro Monat 3.000 Kunden mit einem Abo bedient, fallen Kosten zwischen 150 Euro und 230 Euro an, abhängig von den Zusatzmodulen.

Der nächste Schritt von Supercraftlab ist, einen Shop im Responsive Design zu starten. Dieser wird auf der E-Commerce-Funktionalität des E-Abo Managers basieren und soll sowohl Abos als auch Einzelbestellungen der Bastel-Kits über einen Shop vertreiben. Bislang lief beides noch auf getrennten Systemen. „Die Abo-Zahlen steigen kontinuierlich“, freut sich Sophie Pester. Sie rechnet auch 2014 mit einer positiven Entwicklung. is


Einige Begriffe rund um Abo Commerce

Abo Commerce, wie der von Supercraftlab, benötigt eine Abo-Logik im Backend

Abo Commerce

Relativ neue Art des Online-Vertriebs: Shops versenden in regelmäßigen Abständen Pakete, beispielsweise mit Beauty-Produkten (Glossybox.de), Socken (Mansbox.de), Lebensmitteln oder anderen Dingen wie den Bastelboxen von Supercraftlab.de.

Customer Relationship Management (CRM)

Erfassung, Speicherung und Verwaltung der Kundendaten

Recurring Billing

Sich wiederholende Zahlungsvorgänge oder Transaktionen. Die Rechnungslegung erfolgt je nach Abo-Modell beziehungsweise der vom Kunden gewählten Zahlungsweise monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder einmal pro Jahr.

Subscription Management

Die Verwaltung von Abonnements. Plattformen für Subscription Management bilden die Abo-Logik ab. Gängig sind Software-as-a-Service-Modelle.

Weitere Bilder
comments powered by Disqus