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Der Absturz geht weiter

Fab Europe konzentriert sich ausschließlich auf maßgefertigte Möbel

Zurück zu den Wurzeln: Fab Europe verkauft nur noch individuelle Maßmöbel

Der Niedergang von Fab.com ist scheinbar nicht aufzuhalten: Das einst hochgelobte und hoch dotierte Design-Start-up verkleinert sein Geschäftsfeld noch ein weiteres Mal. Neueste Hiobsbotschaft: Fab Europe stellt seine Marktplatz-Funktion für Design-Produkte komplett ein und verkauft nur noch selbst angefertigte Maßmöbel – das Urprodukt, mit dem einst alles anfing. Vom Marktplatz-Modell und Flash-Sales-Angeboten von Markenartikeln mache man „eine Pause“, ließ das Fab-Management verlauten; ob ein Wiedereinstieg in das alte Geschäftsmodell möglich und gewollt ist, bleibt offen.

Zu viel gewollt, zu hoch gepokert

Die extreme Sortimentsverkleinerung bei Fab Europe ist das aktuell letzte Glied einer Kette schlechter Nachrichten. Im letzten Jahr halbierte der Design-Experte seine Mitarbeiterzahl (allein 100 Mitarbeiter der Berliner Zentrale mussten gehen), verlor seine Europachefin Maria Molland; und auch Mitgründer Bradford Shellhammer und COO Beth Ferreira verließen das sinkende Schiff. CEO Jason Goldberg kündigte an, 2014 auf sein Gehalt zu verzichten. Ob sich damit das Steuer des trudelnden Start-ups herumreißen lässt? Auf jeden Fall will sich Goldberg, der sich zur geplanten Gesundschrumpfung seines Unternehmens auf seinem Blog in einem anderthalbseitigen Essay äußerte, nun auf das Geschäft in den USA und Kanada konzentrieren. Erst soll Fab im Kernmarkt profitabel und unabhängig von weiteren Finanzspritzen werden, bevor man über neues Wachstum nachdenken könne. „Wir haben bei Fab zweifellos die Perspektive verloren“, so Goldberg. „Wir haben zu viele Produkte verkauft, auf die wir nicht stolz waren. Wir haben zu viel über Umsatzzuwächse geredet und zu wenig über unsere Kunden.“ All das soll sich in Zukunft ändern. In aller Stille. il

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