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Der Preis für SEO-Sünden

Erst stürzte die Suchmaschinen-Sichtbarkeit von Expedia ab, dann der Aktienkurs

Wer bei der Suchmaschinenoptimierung gegen die Google-Regeln verstößt, den kann es böse erwischen: Eine Penalty führt dazu, dass das eigene Web-Angebot auf den Google-Suchergebnisseiten (SERPs) auf schlechteren Positionen erscheint oder gar ganz aus dem Index verbannt wird. Je nach Geschäftsmodell sind die Folgen einer solchen Strafaktion beträchtlich: Der Traffic auf der Website (und damit die Konversionen) kann um bis zu 75 Prozent zurückgehen – ein finanzielles Desaster für jeden umsatzorientierten Website-Betreiber.

Tiefer Absturz seit Neujahr

Beim US-amerikanischen Reisevermittlungsportal Expedia hatte eine Google-Strafaktion jetzt sogar Folgen für den Aktienkurs. Der ging um vier Prozent zurück, nachdem Google Expedia mutmaßlich im Index zurückgestuft hatte.

Der Rückgang bei der Suchmaschinen-Sichtbarkeit zeigte sich zunächst in den Ranking-Statistiken von Searchmetrics. Dort verlor Expedia seit Oktober 2013 kontinuierlich an Präsenz auf den Google-SERPs, der Indexwert sank bis Ende 2013 von stabilen 850.000 auf rund 750.000, um dann plötzlich auf unter 650.000 abzustürzen. Das fiel Patrick Altoft auf, dem Director of Search bei der Marketingagentur Branded3, der seine Beobachtung twitterte. Einen Grund für den Absturz nannten weder Expedia noch Google, beide Firmen verweigerten jeglichen Kommentar zu Altofts Beobachtungen.

Des Rätsels Lösung, so vermutet Nenad Pantelic, Chef des Belgrader 20-Mann-Unternehmens Nenad SEO, in einem Beitrag auf seinem Firmen-Blog: leichtfertiger Umgang mit gekauften Links. Es widerspricht den Google Guidelines, wenn ein Unternehmen ein anderes dafür bezahlt, Links zur eigenen Seite zu platzieren. Dafür wurden bereits andere Websites von Google abgestraft. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn man bedenkt, dass sich Google selbst für Verlinkungen auf Websites bezahlen lässt. fk

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