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Kaufen nach Rezept

Kptn Cook weckt Appetit auf Supermarkt – wird aber dort verschmäht

Kptn Cook: Rezepte für Verbraucher und Verkaufs-Tool für Lebensmittelmarken und Supermärkte

Lebensmittel online verkaufen – hierzulande funktioniert das über Kisten, in denen sich die Zutaten zu Rezepten befinden. Start-ups wie Kommtessen.de, Kochzauber.de oder Hellofresh.de etablierten sich mit diesem Konzept. Jetzt denken die Macher von Kptncook.com weiter: Die App bietet pro Tag drei Rezepte und nennt Supermärkte, in denen man sich die Einkaufstaschen mit den Zutaten abholen kann. „Es gibt an jeder Ecke Supermärkte, Verbraucher müssen nicht einen oder zwei Tage auf die Ware warten, sondern können sie gleich mitnehmen“, erläutert Gründerin Polina Marchenko. Den Verbrauchern leuchtet die Idee ein: Wenige Tage nach dem Start erreichte Kptn Cook in Apples App Store Platz 13 der beliebtesten Apps in der Kategorie „Essen & Trinken“.

Doch die Filialisten sind skeptisch und verweigern die Kooperation – das Packen von Tüten nach Bestellungseingang. Kptn Cook läuft daher lediglich in einer abgespeckten Version und funktioniert nur in Berlin bei Rewe, Kaiser’s und der Bio Company. „Der Handel ist noch nicht bereit“, bedauert Marchenko. „Er sieht sich im Preiskampf mit Discountern und übersieht, dass Kunden Service suchen und dafür auch zahlen.“ Das Start-up will sich seine Dienste übrigens nicht von Supermärkten bezahlen lassen, sondern von den Herstellern: „Produzenten profitieren eher von der Absatzförderung“, so Marchenko. Lieferanten können Saisonware gezielter vermarkten. Da in Deutschland ein Preiskampf tobt, wird das Start-up auch versuchen, Kptn Cook Filialisten im Ausland schmackhaft zu machen: dort, wo die Margen höher liegen und Händler sich eigene Werbeaktionen leisten können. vs

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