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Zoff um Reichweiten

Audimark legt Zahlen für das Web-Radio vor und irritiert die Agma

Genaue Daten fehlen: Die Web-Radio-Nutzung steigt, aber es mangelt an Vergleichbarkeit zu UKW-Sendern

Die Nutzung von Internet-Radio (Web-Radio) steigt, doch valides Zahlenmaterial für Werbungtreibende liegt bislang nicht vor. Seit Monaten arbeitet die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) daran, den Missstand zu beheben. Am 26. März sollen endlich Zahlen veröffentlicht werden, die technische Daten ausweisen, über welche Verbreitungswege und wie lange Web-Radios vom Publikum genutzt werden. 54 Publisher und 195 Channels sind bei diesem Probelauf dabei, der Kreis der Sender, die mitmachen, soll kontinuierlich größer werden. Ziel der aufwendigen Methode ist es, eine einheitliche Konvergenzwährung zu schaffen. Sie soll Werbekunden ermöglichen, UKW- und Web-Radiosender zu vergleichen und Hörerüberschneidungen zu erkennen.

Jetzt aber kommt der Agma der Vermarkter Audimark zuvor. Das Unternehmen, das Web-Radios vermarktet, führt Konvergenzreichweiten ein und bietet ein Planungs-Tool an, mit dem Media-Agenturen UKW-und Web-Radiosender buchen können. Dazu wurden eigene Daten mit Zahlen aus der klassischen Radionutzung fusioniert.

Bei der Agma führt dies zu Irritationen. Zum einen dürfen die Agma-Daten zur klassischen Radionutzung vom Vermarkter Audimark eigentlich nicht verwendet werden. Zum anderen hatte sich Audimark während der vergangenen Monate intensiv an der Web-Radio-Messung der Agma beteiligt, wollte dann aber doch nicht am Regelbetrieb teilnehmen. Der Grund: Eine technische Messung allein genüge nicht, sie gebe keine Auskunft darüber, wie viele Personen erreicht werden. Genau dieses Ziel verfolgt die Agma mit ihrem nächsten Schritt: Die technischen Daten sollen um soziodemografische Angaben der Hörer ergänzt werden. hvr

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