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Ende der Kauf-Gesellschaft

Megatrend Sharing Economy: Wenn Besitz plötzlich unwichtig wird

Die Headline sorgte im prüden Amerika für Klicks: „Sex-Orgie in Airbnb-Wohnung!“ Per Zufall hatte ein Schauspieler herausgefunden, dass der unbekannte Mann, dem er sein Appartement in New York über die Online-Wohnraumbörse vermietet hatte, darin nicht jugendfreie Partys für zahlende Gäste veranstaltete.

Derlei Negativschlagzeilen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sharing-Plattformen wie Airbnb einen Megatrend einläuten: teilen statt kaufen, benutzen statt besitzen. Der Marktwert des Start-ups, das Silvester 2013 bereits 141.000 Menschen weltweit eine Gäste-Unterkunft vermittelte, wird auf zehn Milliarden US-Dollar geschätzt. Immer mehr – vor allem junge – Leute stehen persönlichem Besitz skeptisch gegenüber. Sie teilen teure Dinge wie Autos, Häuser, Unterhaltungselektronik und Werkzeug mit anderen, anstatt sie teuer zu kaufen oder über althergebrachte Kanäle anzumieten. In deutschen Metropolen gehören Car-Sharing-Autos zum täglichen Straßenbild und Mitfahrvermittler wie Uber drängen in das etablierte Geschäft der Taxifahrer.

Dabei bleiben Kollateralschäden nicht aus. So musste Airbnb bereits in seinen Anfangstagen schmerzlich lernen, dass ein guter Versicherungsschutz überlebenswichtig ist: Ein Übernachtungsgast hatte eine vermittelte Wohnung komplett verwüstet. Und auch Uber weiß, wie Gegenwind sich anfühlt: In Berlin wurde der Service wegen Verstoßes gegen die Taxi-Beförderungsbestimmungen kurzerhand verboten. Mehr zur Sharing Economy lesen Sie ab Seite 8.

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