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Wer den Cent nicht ehrt

Frauen sind beim Einkauf weniger preissensibel als Männer, zeigt eine aktuelle Studie. Doch auch bei ihnen gehören Preissuchmaschinen längst zum Alltag

Deutsche Konsumenten schauen vor dem Kauf von Produkten und Dienstleistungen genau auf den Preis. Das zeigt einmal mehr eine exklusive Studie zum Thema Preissuchmaschinen des Marktforschungsinstituts Global Market Insite (GMI) für INTERNET WORLD Business, das dafür 1.000 Nutzer von Online-Preisvergleichsdiensten befragte. Ihrzufolge vergleichen sieben von zehn Verbrauchern vor dem Shopping-Bummel „immer“ oder zumindest „die meiste Zeit“ die Preise. Nur drei Prozent gehen einkaufen, ohne zuvor Recherchen zu den Kosten im Web angestellt zu haben. Außerdem achten vor allem Männer auf Schnäppchen. Sie schauen bei fast allen Produktsegmenten genauer auf den Preis als weibliche Konsumentinnen

Besonders preissensibel sind die deutschen Verbraucher der Studie zufolge bei persönlichen elektronischen Geräten wie Handys, MP3-Player oder Computer. Hier bemühen 75 Prozent der männlichen Online-Preisvergleichsnutzer Dienste wie Google, Billiger.de oder Idealo. Bei Frauen recherchieren immerhin noch sechs von zehn Kundinnen nach günstigeren Anbietern. Bei Kinderspielzeug hingegen scheint die Suche nach dem günstigsten Anbieter weniger weit verbreitet zu sein. Hier wirft nur knapp jeder vierte Verbraucher, egal ob männlich oder weiblich, eine Preissuchmaschine an.

Auch Stromanbieter stehen unter Beobachtung

Nicht nur bei Produkten, auch bei Dienstleistungen erfolgt die Günstiger-Prüfung im Web. Besonders stark unter preislichem Konkurrenzdruck stehen dem GMI zufolge Strom- oder Gasanbieter. 53 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen vergleichen die Konditionen der Anbieter, bevor sie ihre Unterschrift unter einen Vertrag setzen. Ebenfalls sehr genau unter die Lupe genommen werden Autoversicherungen. Hier allerdings können die Versicherer vor allem Männern keine überteuerte Police unterjubeln. Bei Frauen liegt der Anteil derjenigen, die Preise vergleichen, bei nur 27 Prozent.

Befragt danach, welche Plattformen sie als Erste nutzen, um Preise und Konditionen zu überprüfen, zeigt sich klar ein Platzhirsch: Google wird von jedem zweiten Online-Preisvergleicher zum Recherche-Start genutzt. Mit weitem Abstand folgen die lokalen Herausforderer Billiger.de, Idealo.de und Guenstiger.de. Allerdings: Sind diese Player auch nicht die erste Wahl, so spielen sie bei der Customer Journey von Sparfüchsen doch eine Rolle. 45 Prozent gaben an, Billiger.de im vergangenen Jahr aufgesucht zu haben, um Preise zu vergleichen, zu Guenstiger.de gingen 42 Prozent, zu Idealo 32 Prozent. Eher keine Rolle spielen indes Ciao (elf Prozent) und Dooyoo (drei Prozent). Auch für die Einführung kostenpflichtiger Google-Shopping-Anzeigen findet die Studie eine Rechtfertigung: Die Anzeigen fallen auf. 69 Prozent der Verbraucher haben sie bei ihrer Suche bemerkt. ❚

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