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Suchmaschine Amazon

Wer online einkauft, informiert sich zuerst bei Amazon, dann erst über Google

Erfüllt diese Kaffeemaschine meine Ansprüche? Was halten andere von diesem Gerät? Was kostet so ein Kaffeeautomat überhaupt? Solche Fragen stellen sich Online-Shopper, bevor sie ein Produkt kaufen. Und die beliebteste Anlaufstelle für den Erhalt der gewünschten Auskunft ist Amazon. Rund jeder dritte deutsche Online-Shopper orientiert sich vor dem Kauf im Web auf dem Online-Marktplatz. Google folgt mit deutlichem Abstand erst auf Platz zwei: Gut jeder Sechste sucht Zusatzinformationen über die Suchmaschine. Dies hat das ECC Köln in seiner Studie „Cross-Channel im Umbruch“ ermittelt, für die im März 2015 fast 2.000 repräsentativ ausgewählte Online-Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Schweizer sind flexibler

Doch diese Dominanz von Amazon ist nicht überall zu beobachten: In der Schweiz starten nur knapp fünf Prozent der Online-Shopper ihren Einkauf bei Amazon, fast ein Drittel ruft als ersten Schritt Google auf. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der E-Commerce-Markt in der Schweiz noch stärker fragmentiert ist als in Deutschland. Während hierzulande fast jeder Zweite der Befragten seinen letzten Online-Kauf bei Amazon getätigt hat, war es in der Schweiz nur rund jeder Zehnte. Dort erreichen die drei meistgenutzten Shops – Zalando, Amazon und Exlibris – zusammen einen Nutzungsanteil von rund 33 Prozent. In Deutschland kommen die drei Top-Anbieter Amazon, Ebay und Otto gemeinsam auf satte 62 Prozent.

Auffällig ist auch, dass Marken-Websites und Auftritte der Hersteller nur selten direkt angesteuert werden, um sich über ein Produkt zu informieren. Nur rund sieben Prozent der Online-Shopper tun dies. Auch Preisvergleichsseiten sind nur für rund sieben Prozent der Ausgangspunkt für eine Einkaufstour im Web.

Der vielzitierte Beratungsklau, bei dem sich Kunden erst im Laden umsehen und dann im Web bestellen, kommt nicht so häufig vor, wie angenommen wird: Nur gut vier Prozent der Online-Shopper haben sich vorab in stationären Läden über ihr Wunschprodukt informiert. ❚

Christiane Fröhlich


Traffic von Content-Seiten verkaufssteigernd nutzen

Matthias Heimbeck Geschäftsführer der Findologic GmbH www.findologic.com

Professionelle Online-Shops bieten ihren Kunden immer häufiger zusätzliche Informationen zu den Produkten, die sie verkaufen. Oft geschieht dies über Themenwelten, Kategorieseiten oder Blogs. Viele Nutzer verlassen diese Seiten jedoch nach einem kurzen Überfliegen des Inhalts wieder, ohne etwas zu kaufen – ein fataler und teurer Besucherverlust.

Wie gelingt es, Besucher der Content-Seiten zum Kaufen zu bewegen, um die Conversion zu steigern?

Die Ausgangssituation: Die digitale Version der Einkaufsberatung ist das sogenannte Guided Shopping. Es ist vergleichbar mit guten Fachverkäufern im stationären Laden, die durch gezielte Fragen die Kundenwünsche erfassen und dann passende Produkte empfehlen.

Ein Lösungsansatz: Auf den Online-Shop übertragen heißt das: Auf einer Content-Seite im Shop, zum Beispiel im Blog, wird ein Call-to-Action, also eine klare Handlungsaufforderung in Form eines Bildes oder Buttons platziert. Bei einem Text über Outdoor-Jacken könnten diese beispielsweise lauten: „Ihr Outdoor-Jacken-Berater“ oder „Ihre Outdoor-Jacke finden“ – je konkreter, desto besser.

Üblicherweise würde der Shop diesen Button direkt mit seinen Suchergebnissen für „Outdoor Jacken“ verlinken. Erfolg versprechender ist es jedoch, wie ein Einkaufsberater zu agieren und zuvor über ein Pop-up-Fenster noch einige kurze Fragen zu stellen: Welcher Anlass? Welches Material? Welche Farbe? Die Ergebnisse passen dann perfekt zu den Interessen des Nutzers und können nach verschiedenen Attributen weiter verfeinert werden. So kann der Shop-Betreiber den Kunden exakt zu den Artikeln führen, über die er sich zuvor auf den Content-Seiten informiert hat.

Die Conversion Rate dieser Nutzer liegt deutlich über dem Schnitt und das bei einem Traffic, den man sonst gänzlich verloren hätte. Und Content-Surfer werden im besten Fall auch zu Käufern.

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