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Siroop setzt auf Spryker

Swisscom und Coop realisieren ihren Online-Marktplatz mit der neuen Shop-Software

Siroop will beliebtester Marktplatz der Schweiz warden

Ende 2015 ist in der Schweiz ein neuer Online-Marktplatz an den Start gegangen – wenn auch erst einmal als Betaversion. Drei Besonderheiten zeichnen das Projekt namens Siroop aus: Erstens haben sich mit dem Schweizer Telekommunikationsunternehmen Swisscom und dem Handelskonzern Coop zwei große, potente Partner zusammengetan. Zweitens ist Siroop als offener Marktplatz konzipiert, auf dem nationale Händler und Hersteller, Online-Pure-Player sowie regionale und lokale Händler – auch ohne eigenen Online-Shop – ihre Produkte anbieten können. Als Drittes ist Siroop eines der ersten Projekte, das auf Basis der neu kon zipierten E-Commerce-Software Spryker realisiert wurde.

Ein hohes Maß an Flexibilität war der Hauptgrund für die Siroop AG, sich für Spryker zu entscheiden. „Siroop wollte und will eine möglichst flexible Lösung, da wir den Shop auf Basis von Kunden-Feedback laufend anpassen. Das Framework von Spryker ermöglicht uns im Gegensatz zu einem starren System eine hohe Flexibilität“, hebt Isa Steiner, Chief Technical Officer bei Siroop, hervor.

Ein weiteres Thema ist Agilität: Geplant ist, das IT-System vollständig in einzelne in sich geschlossene Micro-Services aufzuteilen, sodass verschiedene Entwicklerteams in größt möglicher Autonomie neue Features und Services entwickeln können. Die Entwicklungszeit soll dadurch deutlich verringert werden.

Die Umsetzung der Plattform dauerte Steiner zufolge weniger als vier Monate. Beteiligt waren die Schweizer Agenturen 89grad und Iterativ sowie die Berliner Agentur Votum. Daneben hat das eigene IT-Team „in Eigenregie substanzielle Anpassungen vorgenommen, da Spryker zwar theoretisch für offene Marktplatzmodelle konzipiert, praktisch aber nicht standardmäßig auf sie ausgerichtet ist“, so Steiner. Hier erwies sich die Shop-Software als komplexer als erwartet, was zusätzlichen Zeitaufwand bedeutete.

Zum Budget will sich Steiner nicht äußern. Allein die Softwarelizenz kostet laut Spryker-Geschäftsführer Alexander Graf jedoch 100.000 Euro pro Jahr. Er empfiehlt für die Arbeit mit Spryker zudem ein eigenes IT-Team von mindestens vier bis sechs Mitarbeitern. Ein solches hat Siroop zur Verfügung: „Der größte Teil der Wertschöpfung findet nun durch unsere eigenen, starken IT-Mitarbeiter in der Schweiz statt“, so Steiner. ❚

Christiane Fröhlich


Vier Tipps für die regelmäßige App-Pflege

Tim Wiengarten, Geschäftsführer von Rabbit Mobile www.rabbit-mobile.de

Jeder zweite Deutsche hat auf seinem Smartphone sechs bis 20 mobile Apps installiert. Doch nur regelmäßig gepflegte Anwendungen erzielen langfristig Erfolg beim Nutzer. Vier Tipps für die App-Pflege:

1. Harte Nüsse knacken

Auch der beste App-Developer kann nie genau vorhersehen, wie ein Nutzer eine App tatsächlich bedient. Was Fachleute für eine unkomplizierte Funktionalität halten, kann sich für den User als harte Nuss entpuppen. Testen Sie die App deshalb unbedingt vor dem Release und tracken Sie sie im laufenden Betrieb. Nur so können Sie frühzeitig Schwachstellen erkennen und beseitigen.

2. Die Pfade der Nutzer kennen

Für Updates oder neue Features ist es wichtig zu wissen, wie die Nutzerinteraktion aussieht, welche Buttons der User nutzt, was er herunterlädt etc. Nutzen Sie dazu App-Analyse-Tools. Es empfiehlt sich, ein Tracking-Tool einzusetzen, mit dem Website und App erfasst werden können, um ganzheitlich Optimierungen vornehmen können.

3. Das Ohr am Nutzer haben

Direktes Nutzer-Feedback ist die wichtigste Rückmeldung, die Sie zur Funktionstüchtigkeit Ihrer App bekommen können. Animieren Sie die Nutzer, Ihnen Rückmeldung zu geben, beispielsweise durch Umfragen per E-Mail oder direkt in der App. Wichtig ist, dass Sie die Informationen der Nutzer zentral sammeln, ernst nehmen, beantworten und umsetzen.

4. Abstauben oder einmotten?

Kann eine lange nicht gepflegte App mit einem Update reanimiert werden oder wäre eine neue App besser? Die grundsätzliche Frage lautet: Stimmen Konzept und Ziel der App noch überein? Wenn ja, empfiehlt sich ein Update. Wenn sich jedoch das Ziel der App geändert hat oder Funktionsveränderungen anstehen, die nicht zu den alten Zielen passen, ist eine neue App besser.


Die Siroop AG

• Gegründet im April 2015 als Joint Venture der Swisscom und der Schweizer Coop Genossenschaft

• Sitz in Zürich, 60 Mitarbeiter

• Start der Betaphase des Online-Marktplatzes Siroop Ende November 2015, Fokus derzeit auf der Stadt Bern

• Zehn angeschlossene Händler, zwölf Abholstationen in Bern

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