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Streit um die Richtlinie

Die digitale Wirtschaft hadert mit den EU-Vorstellungen zum Datenschutz

Privatsphäre: Die neue EU-Datenschutzrichtlinie soll sie schützen wie noch nie

Jeder vierte Bundesbürger macht sich laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 im Auftrag der Telekom ernsthaft Sorgen, dass Unternehmen seine Daten unerlaubt weitergeben könnten – damit wurde diese Befürchtung ähnlich oft geäußert wie die Angst vor terroristischen Anschlägen. Für 86 Prozent aller Deutschen, sagt eine Studie des Sicherheitsexperten Symantec, ist der sichere Umgang mit ihren Daten ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Online-Shops, umweltfreundliches Verhalten des Shops interessiert dagegen nur 49 Prozent aller deutschen Kunden. Effektiver Datenschutz ist also keine Lappalie, sondern ein Problem, das nicht wenigen Verbrauchern auf den Nägeln brennt.

Nicht nur deshalb wird der kürzlich verabschiedete Entwurf für ein einheitliches EU-Datenschutzrecht in der gesamten digitalen Wirtschaft einhellig begrüßt. Die Branche hofft vor allem, dass nun Schluss mit 28 Datenschutzgesetzgebungen für 28 EU-Länder ist. Doch in die Freude mischt sich auch Kritik: Vieles von dem, was sich in Deutschland bereits bewährt hat, sucht man in der EU-Richtlinie vergebens. Experten befürchten am Ende einen Rechts rahmen, der zu einer Überregulierung des Netzes führt und Innovationen erstickt. Welche Sorgen die digitale Wirtschaft umtreiben, lesen Sie ab Seite 8.

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