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Mobile Verkaufshelfer

Der Chat-Dienst Whatsapp und die Dating-App Tinder standen Pate für Chatshopper, Swipy und Swipybay: Drei neue Plattformen, um den Mobile Commerce voranzutreiben

Wisch und weg: Bei der Dating-App Tinder erfolgt die Auswahl mittels Wischen über den Monitor. Swipy und Swipybay gehen ebenso vor, bieten aber neue Services und Funktionen für den Mobile Commerce an. „Swipy verbindet das Tinder-Prinzip mit der Suche nach Klamotten“, erklärt Mitgründer Benjamin Bilski das Konzept. „Swipybay nutzt das Prinzip wiederum zum Stöbern im Ebay-Angebot.“

Chatshopper profiliert sich ebenfalls als Verkaufshelfer, setzt aber auf beliebte Nachrichtendienste: auf Whatsapp oder Facebooks Messenger. „Kunden schreiben uns dort, was sie brauchen, wir schlagen ihnen Passendes vor“, so Antonia Ermacora zum Service. Auf mehrere Hundert Fragen antwortet Chatshopper im Monat, bald schickt das Berliner Start-up die eigene App ins Rennen, mit der einige Suchprozesse automatisiert werden.

Die Geschäftsmodelle der drei Verkaufshelfer beim Mobile Commerce ähneln sich: Swipy und Chatshopper kooperieren mit Handelspartnern und profitieren bei einem Kaufabschluss von Provisionen. Swipybay integriert das Angebot von Ebay und verdient am Partnerprogramm der Auktionsplattform.

Chatshopper empfiehlt Nutzern die Angebote von Partnern wie Asos oder Otto und integriert bald neue Anbieter. „Wir verlangen mindestens 10 Prozent Provision, benötigen Kundenrechte bei unseren Partnern und führen deren Daten in unserer Datenbank zusammen, auf der wir effizient arbeiten können“, erklärt Ermacora. Das Start-up ordert die Waren selbst und stellt die Rechnungen, überlässt aber den Versand den Händlern. Finden die Chatshopper-Experten bei den Partnern nichts Passendes, schlagen sie Waren aus anderen Läden vor – und verlangen dann fürs Besorgen eine Pauschale von drei Euro.

Auch bei Swipy wird eine Servicevergütung fällig. Vier Euro bezahlen die Nutzer, weil Swipy ihnen das Bestellen abnimmt. „So können sie mit einer Order in mehreren Shops bestellen, wir sind ein Kauf-Butler für Mode“, sagt Bilski. „Die Nutzer mögen das Programm, noch aber ist die Kaufrate gering.“

Mode, so die drei Start-ups übereinstimmend, eigne sich gut für die mobilen Verkaufshelfer. In diesem Segment sind die Conversion Rates hoch, die Einstiegshürden indes niedrig. Doch auf Dauer werden Chatshopper, Swipy und Swipybay neue Kategorien aufnehmen, ihre Suche weiter automatisieren – und junge Zielgruppen für Mobile Commerce gewinnen. ❚


Drei neue Apps für den Mobile Commerce

Chatten und verkaufen

Otto, Asos und About You sind erste Partner für Chatshopper: Die App sammelt Kaufwünsche (s. re.) und beantwortet sie aus den Sortimenten der Partner. Diese bezahlen Provisionen und übernehmen den Versand, die Rechnung stellt Chatshopper. Empfiehlt Chatshopper Waren, die nicht von Partnern stammen, bezahlen Verbraucher eine Pauschale von drei Euro. www.chatshopper.com

Ein Tinder für Ebay

Aus Swipy entstand Swipybay – eine Wisch-Auswahl für das Angebot von Ebay.de. Vor Weihnachten 2015 veröffentlicht, wurde die iPhone-App rund 5.000 Mal geladen, sogar von US-Nutzern, die damit nur im deutschen Angebot stöbern können. Eine Android-Version ist in Vorbereitung. Swipybay profitiert von Ebays Partnerprogramm, bietet die Technik aber auch Shops an. www.swipybay.de

Wischend entscheiden

Die guten Angebote nach rechts in den Korb, die schlechten nach links aus dem Blick wischen: Swipy setzt auf den Verkauf von Mode und Accessoires. Die iPhone-App zeigt 1,7 Mio. Artikel von 90 Partnern, die pro Kauf Provisionen bezahlen. Das Team besorgt für Kunden die Bestellungen für eine Pauschale von knapp vier Euro. Swipy wurde 60.000 Mal geladen und wird laufend benutzt. www.swipy.de

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