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Die Ladezeit entscheidet

200 Millionen Page Impressions muss Spreadshirt täglich stemmen. Um die Conversion-Rate zu steigern, setzen die Leipziger auf eine neue Performance-Analyse-Lösung

Es ist eine Binsenweisheit: Verkürzt sich die Ladezeit einer Website, bleiben die Nutzer länger und die Conversion Rate steigt. Noch wichtiger ist das für mobile Anwendungen. Und auch für das Google-Ranking ist die Performance einer Webseite von entscheidender Bedeutung. Das weiß auch Guido Laures, Chief Technology Officer bei Spreadshirt: „Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Performance und Conversion Rate. Das haben wir auch sehr stark nach der Überarbeitung unserer Suchfunktion gemerkt. Die Kauflust hat danach zugenommen.“

Das Leipziger Unternehmen nutzte für die Performance-Analyse bisher selbst entwickelte Werkzeuge auf Basis der Open-Source-Tools Kibana und Grafana. Zudem kam ein Tool von New Relic zum Einsatz. Jedoch reichten Spreadshirt Datenqualität und -granularität, also die detaillierte Darstellung der Daten, nicht mehr aus – Spreadshirt wünschte sich eine genauere Analyse. Das Unternehmen machte sich auf die Suche nach einer neuen Lösung.

Analyse von Drittanbietern

Nach einer Webrecherche kristallisierten sich drei mögliche Anbieter heraus. Während bei einer Lösung ein hoher Anpassungsaufwand nötig gewesen wäre, waren bei der anderen zu viele nicht benötigte Funktionen das K.-o.-Kriterium. Die Entscheidung fiel zugunsten des Tools MPulse von Soasta. Ausschlaggebend dafür waren die leicht bedienbare, übersichtliche Benutzeroberfläche sowie gute Drill-down-Möglichkeiten, um die Daten in einer detaillierteren Ebene zu betrachten. MPulse ermöglicht zudem Rückschlüsse auf Probleme bei Drittanbietern. Für Spreadshirt ist das hilfreich, da die eigenen Webseiten auch Daten mit anderen Plattformen wie Marktplätzen austauschen und in diese integriert sind.

Nach einer Demophase von 30 Tagen entschied sich Spreadshirt im November 2015, das neue Tool ein Jahr zu testen. Welche Kosten dabei entstehen, wollte Guido Laures nicht verraten. Allerdings sei MPulse nur ein Drittel so teuer wie das Tool von New Relic. Bisher ist der Leipziger Print-on-Demand-Anbieter mit der neuen Lösung zufrieden. „Wir können nun sehen, ob etwa große Bilder die Ladezeiten der Landing Pages blockieren“, nennt Laures ein Beispiel. Daraus entstehe auch ein Lerneffekt für die Redakteure, die die Seiten mit Content füllen. Zudem konnte die Performance des A/B-Testing-Tools überprüft werden. Versionen mit langen Ladezeiten konnten somit aufgespürt und abgeschaltet werden.

In welcher Größenordnung sich die Conversion Rate durch die neue Lösung erhöht hat, vermag Laures derzeit noch nicht zu sagen. Generell sei diese aber im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent gestiegen. Durch zusätzliche Maßnahmen, wie etwa die Leistungsfähigkeit der Server zu erhöhen, hofft der Spreadshirt-CTO auf weitere Performance-Steigerungen. ❚

Susann Naumann


Spread Shirt

• 2002 gegründet, beschäftigt Spreadshirt heute über 450 Mitarbeiter und ist in 20 Märkten aktiv

• Mit der Performance-Analyse-Software von Soasta, Mountain View (Kalifornien), soll das Performance Monitoring verbessert werden

• Spreadshirt betreibt rund 400 virtuelle Server, um die sich elf Administratoren kümmern

www.spreadshirt.de

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