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Restart unter neuem Namen

Die Fulfillment-Dienstleister Ebay Enterprise und Innotrac verschmelzen zu Radial

Beim Packen: Radial bietet Fulfillment-Dienste für den Multichannel-Handel

Ein gutes halbes Jahr Vorbereitung und ein neuer Name: Bereits im vergangenen November hatten sich der Logistik-Spezialist Innotrac und der Fulfillment-Bereich von Ebay Enterprise zusammengeschlossen. Jetzt dient sich das fusionierte Unternehmen unter dem neuen Namen Radial (www.radial.com ) Marken und Herstellern als „weltweit größter Anbieter für Multichannel-Technologien sowie Fulfillment-Services“ an.

„Mit Radial können Marken die Grenzen zwischen physischem und digitalem Handelsgeschäft aufheben und das Einkaufserlebnis individuell nach Kundenwunsch gestalten“, wirbt Tobias Hartmann, Chef des neuen Unternehmens, für die Leistungen von Radial. Dem früheren Ebay-Manager steht Stefan Weitz zu Seite, der zuletzt die Geschäfte der Suchmaschine Bing führte und 2015 von Microsoft zu Innotrac wechselte. Weitz wird die Strategien von Radial weiterentwickeln.

Der Fulfillment-Dienstleister richtet sich mit seinen Services vor allem an Händler, die Kunden auf allen Kanälen ansprechen. Die Plattform von Radial bietet daher Technologien zum Aufbau von Shops in Responsive Design an, außerdem zur Verwaltung und Verknüpfung unterschiedlicher Absatzwege wie Filialen, Online, Mobile sowie soziale Netzwerke. Der US-Schuhhändler DSW managt beispielsweise mit Radial seinen Online-Vertrieb, außerdem den Lagerbestand von 400 Filialen und verschiedene Click & Collect-Services. Radial betreibt insgesamt 27 Verteil- und Kundenzentren in den USA, Asien und Europa. Das Europa-Geschäft wird künftig über die Logistikzentren in Halle und Chadderton (Großbritannien) abgewickelt.

Mit Radial endet die Geschichte von Ebay Enterprise endgültig: Bis Sommer 2015 bestand dieser Ebay-Geschäftsbereich aus dem Logistik- und Fulfillment-Zweig Enterprise Services und Operations, aus dem Shop-System Magento sowie aus Ebay Marketing Solutions, einer Plattform für Display- und Performance-Marketing.

Die Logistik-Sparte übernahm der Investor Sterling Partners, der sie mit Innotrac zu Radial fusionierte. Magento ging an die Beteiligungsgesellschaft Permira und firmiert heute eigenständig als Magento Commerce. Die Marketing-Plattform schnappte sich Ve Interactive: Der britische E-Commerce-Dienstleister, der Kundenbindungs-Tools entwickelt, weitete damit sein Angebot auf Online-Werbung für den Handel aus.

Im Zuge der Abspaltung vom Mutterkonzern Ebay Inc. und der Aufteilung von Ebay Enterprise ist Ebay nun auch beim Shop-Software-Hersteller Intershop ausgestiegen: Die Beteiligung von 24,9 Prozent wurde an die Shareholder Value Management AG in Frankfurt verkauft. ❚

Susanne Vieser


Fünf Tipps für 360-Grad-Videos im Marketing

Ulf Beyschlag, Geschäftsführer des Webvideo-Produzenten Clipessence www.clipessence.de

360-Grad-Videos sind für Nutzer und Marken noch ein recht neues Medium. Hier einige Tipps dazu:

1. Für welchen Zweck bieten sich 360-Grad-Videos an?

360-Grad-Videos bieten sich immer dann an, wenn der Betrachter in eine Situation eintauchen soll, vielleicht in eine Rolle versetzt werden soll. Beispiele sind Veranstaltungen, Recruiting, Führungen durch Firmen oder Messen oder auch Hilfsprogramme von Spendenorganisationen.

2. Was ist anders im Aufbau eines 360-Grad-Videos?

Das Storytelling für 360-Grad-Videos ist anders, weil der Produzent die Perspektive des Betrachters nicht mehr durch die Ausrichtung der Kamera bestimmen kann. Der Betrachter ist frei in seinem Blick. Deswegen braucht er Zeit, sich im gesamten Szenenbild zu orientieren. Szenen müssen daher länger sein, aber nicht zu lang, damit sie nicht langweilen.

3. Wie hält man den Spannungsbogen?

Jede Szene muss dazu reizen, sich umzusehen. Der Betrachter möchte Interessantes entdecken. Je mehr er animiert wird zu wischen oder sich mit der Brille zu drehen, desto stärker ist er involviert und sieht sich auch längere Videos an.

4. Wo versteckt sich der Kameramann?

Bei vollen 360-Grad-Aufnahmen ist alles zu sehen, auch der Kameramann. Die Kamera kann auf dem Kopf des Kameramanns befestigt werden. Wenn sie sich nicht bewegen muss, kann sie auf einem Stativ stehen. Aus sich bewegenden Fahrzeugen kann sie auf einem Stativ hinausgehalten werden.

5. Wo sollte man seine 360-Grad-Videos einstellen?

Youtube und Facebook sind die populärsten Plattformen. Zudem gibt es eine Reihe von spezialisierten Plattformen wie 9GAG.tv oder Kolor Eyes. Über eine Verlinkung lassen sie sich auch in die eigene Website einbinden.

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