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E-Commerce regional

Cool Media aus Wien baut für den Einzelhandel in Österreich regionale Online-Marktplätze: Für die Reichweite sorgen Partnerschaften mit lokalen Medien

Shop.Tirol und Salzburgshop.at heißen die ersten Marktplätze für den regionalen Einzelhandel in Österreich. Die Regionen Wien, Oberösterreich und Vorarlberg sind in Planung

Masse macht’s auf einem Marktplatz – davon ist Johannes Meßner überzeugt: „Viele Produkte ziehen viele Verbraucher an“, sagt der Geschäftsführer von Cool Media. Die Wiener Agentur baut für den regionalen Einzelhandel Webmarktplätze: Shop.Tirol läuft seit Herbst 2015 Salzburgshop.at startete Anfang 2016. „Wir digitalisieren Einkaufsmeilen“, so der junge Unternehmer.

Das tun andere auch: In Deutschland startete Atalanda vergleichbare Angebote in fünf Städten, zuletzt in Heilbronn. Simply Local oder Locafox bieten Händlern ebenfalls Marktplätze; und in der Schweiz öffnete Siroop.ch die digitalen Pforten. Für die Plattform kooperieren die Telefongesellschaft Swisscom und der Lebensmittelhändler Coop.

Doch im Vergleich zur deutschen Konkurrenz beweisen die Wiener eine glücklichere Hand. Den Umsatz will Meßner zwar „aus Rücksicht zu den Partnern“ nicht nennen, aber das Angebot stimmt: Shop.Tirol listet 160 Händler sowie Manufakturen und 200.000 Produkte, bei Salzburgshop.at sind 60 Anbieter mit 100.000 Waren präsent. In Wuppertal, dem ältesten deutschen Regionalmarktplatz, zeigen 54 Händler rund 16.000 Waren.

Großes Angebot, nützliche Partner

Von Spezialitäten bis zum iPhone – das Sortiment zieht an. Kooperationen sorgen zudem für Reichweite. Cool Media, das 2013 gegründet wurde, liefert die E-Commerce-Technik und diverse Fulfillment-Services. „Wir holen bei jedem Projekt starke Medienpartner mit an Bord“, erzählt Meßner. Die „Tiroler Tageszeitung“ und die „Salzburger Nachrichten“ sorgen für Bekanntheit und bieten auch online Werbeplätze für Händler. Die Nutzungsgebühren – ab etwa 100 Euro im Monat – enthalten Medialeistungen und werden unter den Partnern geteilt.

Die meisten Kunden bestellen Ware nach Hause, immerhin 15 Prozent holen sie im Laden ab. Bieten zwei Händler dasselbe Produkt zum gleichen Preis an, wird demjenigen die Bestellung zugeteilt, der geografisch näher beim Kunden liegt. Gibt es Preisunterschiede, hat der Kunde die Wahl. „Klar können sich Händler gegenseitig unterbieten“, gibt Meßner zu, „aber bisher gehen alle fair miteinander um.“

Nach Tirol und Salzburg hat Cool Media nun Vorarlberg, Oberösterreich und Wien ins Visier für weitere Marktplätze genommen. Das Unternehmen schrieb 2015 erstmals schwarze Zahlen, und Meßner plant weiter: „Wir sind in Deutschland mit ersten Verlagen im Gespräch.“ ❚

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