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In die Spur gefunden

Die Webseite der Reifensparte von Continental war veraltet. Mit einem erneuertenContent-Management-System und praktischen Funktionen wurde die Seite aufgefrischt

Eine veraltete Navigation, ein für den Desktop gestaltetes Design ohne viel Raum für Bewegtbild und ein schwer bedienbares Redaktionssystem mit einer alten technischen Basis – so präsentierte sich die Webseite von Continental bis 2015. Für den Reifenspezialisten Grund genug, um den eigenen Internet-Auftritt zu überarbeiten. Denn: „Über 50 Prozent der Konsumenten recherchieren online über Reifen“, betont Wiebke Wallenwein, Teamleiterin Online-Marketing bei Continental Reifen. „Unsere Website dient dabei als wichtige Beratungs- und Informationsquelle.“ Herausforderung waren die Einbindung der beiden neuen Tools „Reifenfinder“ und „Händlersuche“, die Umwandlung in ein Responsive Design sowie der Rollout in 50 Länder.

Das Konzept der Agentur Arvato Systems für die Konzeption, Entwicklung und Implementierung der neuen Webseiten überzeugte Continental. Vor allem das vorgeschlagene Design sowie der modulare Ansatz für die verschiedenen Geschäftsbereiche der Reifensparte gefielen. Zu diesen gehören Auto, Lkw, Motorrad, Nutzfahrzeuge und Fahrrad. Für jeden Bereich hatte Arvato Systems einen Satz von Templates wie Homepage oder Produktdetailseite konzipiert, die sich flexibel mit Modulen bestücken lassen. So können beispielsweise Inhalts- und Funktionsbausteine ein- oder ausgeblendet oder in ihrer Reihenfolge angepasst werden. Der Aufbau und das grundlegende Design bleiben jedoch prinzipiell über alle Units hinweg gleich – und garantieren die Wiedererkennung.

Herzstück der neuen Webseite ist das Content-Management-System (CMS) Coremedia. „Wir haben Continental empfohlen, das bisherige CMS nicht abzulösen, sondern auf die neue Version 8 umzusteigen“, sagt Niklas Berger, technischer Projektleiter von Arvato Systems. Die Vorteile der neuen Version liegen zum einen in der hohen Flexibilität des Systems, die eine Auslieferung der Inhalte über alle Kanäle erlaubt. Auch konnte das CMS an die Reifendatenbank angebunden werden, sodass die User die Produkteigenschaften nicht mehr manuell einpflegen müssen.

Zum anderen punktet das CMS mit einer sehr guten Usability. „Bisher verwendete Continental einen Java-Editor“, erklärt Berger. Doch dieses Redaktions-Tool war sehr umständlich zu bedienen. Zudem musste eine eigene Software installiert werden. Anders ist dies bei Coremedia, das über den Browser bedienbar ist und keinen eigenen Client benötigt.

Neues Video-Management

Gleichzeitig wurde das Video-Management-System von Moving Image24 integriert. Die Lösung war bereits im Continental-Umfeld im Einsatz. Sie spielt Videos nicht nur bandbreitenoptimiert aus, sondern passt sie auch an die jeweilige Bildschirmgröße an. Ausgeliefert werden die Inhalte über das Content Delivery Network (CDN) von Akamai – eine Vorgabe seitens Continental im Lastenheft.

Eine Besonderheit des Projekts war ein Nutzertest im Marktforschungslabor. Dafür wurden zielgruppenspezifische Tester ausgewählt, die den Prototypen der Website eine Stunde lang auf Herz und Nieren untersuchten. Über Eye Tracking und personalisierte Interviews wurden die Tests ausgewertet. „Besonders wichtig waren uns die Positionierung der Tools ,Reifenfinder‘ und ,Händlersuche‘ sowie des Suchfelds“, erklärt Dietmar Schulte, Gesamtprojektleiter von Arvato Systems. Nach dem Test mussten nur noch Kleinigkeiten angepasst werden.

Während die internationale englischsprachige Webseite der Reifensparte bereits seit Mitte 2015 online ist, werden noch bis Mitte 2016 weitere 50 landesspezifische Varianten veröffentlicht. ❚

Susann Naumann


Über Continental

• Die Continental AG wurde 1871 in Hannover als „Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie“ gegründet

• 2016 arbeiten 208.000 Mitarbeiter in 55 Ländern für Continental

• Continental war 2015 das viertgrößte Unternehmen der Reifenbranche weltweit

• Der Umsatz aus dem Reifenverkauf betrug 2015 10,4 Mrd. Euro

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