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Telefónica drängt ins Bankgeschäft

Mit einem komplett mobilen Bankkonto will der TK-Konzern in der Geldwirtschaft Fuß fassen

Das Bankkonto auf dem Smartphone soll es ab dem Spätsommer geben

Wenn zwei bekannte Unternehmen kooperieren, fallen schnell Schlagworte wie „einzigartig“, „disruptiv“ und „revolutionär“. Nicht weniger als die Revolutionierung des herkömmlichen Bankkontos haben sich denn auch die beiden Unternehmen Telefónica mit seiner Marke O2 und die Münchner Fidor Bank auf die Fahnen geschrieben.

Und darum geht es: Unter dem Namen „O2 Banking“ will Telefónica Deutschland im Spätsommer zunächst auf dem hiesigen Markt das erste komplett mobile Bankkonto für O2-Kunden starten. „43 Millionen Mobilfunkverträge zählt Telefónica in Deutschland – ein Großteil davon entfällt auf die Marke O2, unter der auch das neue Bankkonto läuft“, sagt COO Markus Haas von Telefónica Deutschland. Um solche Geldgeschäfte abwickeln zu können, hat Telefónica die Fidor Bank als lizenzierte Vollbank mit ins Boot geholt.

Erstes Smartphone-Konto

Mit dem neuen mobilen Konto soll es künftig möglich sein, direkt online per Videochat ein Konto zu eröffnen. Kontostand und Kreditkartenzahlungen können dann mobil überprüft, Überweisungen und Daueraufträge via Smartphone erledigt werden. Statt der IBAN braucht der Nutzer für Überweisungen lediglich die Mobilfunknummer des Empfängers. Einen Sofortkredit gibt es per App binnen Sekunden. Zudem erhalten die Kunden eine kostenlose Mastercard. Sie soll das weltweite Abheben von Bargeld ermöglichen sowie bargeldloses Zahlen online oder am POS. Ob die Kreditkarten langfristig Bestandteil des Angebots bleibt, ist aber noch ungewiss.

Um für potenzielle Kunden attraktiv zu sein, verspricht Haas „Megabytes statt Magerzinsen“: Wer O2 Banking als Gehaltskonto verwendet und häufig mit der Kreditkarte bezahlt, erhält zusätzliches Datenvolumen für die Smartphone-Nutzung. In der Testphase bis zum Marktstart sollen noch mehrere Volumenstaffelungen ausprobiert werden. Sie sollen aber in jedem Fall vom monatlichen Kartenumsatz und vom Geldeingang auf dem O2-Banking-Gehaltskonto abhängig sein.

Mobiles Bezahlen im Blick

Und warum das Ganze? Zum einen dient die Konto-App als Kundenbindungsprodukt und zur Neukundengewinnung für das O2-Netz. Zum anderen verschafft das Mobile-Konto dem spanischen Telefon-Konzern eine zusätzliche Einnahmequelle. Denn anders als die vielen kleinen Start-ups, die zwar mit guten Ideen das klassische Bankgeschäft angreifen, verfügt Telefónica über die erforderliche Masse an Kunden, um den klassischen Finanzdienstleistern gefährlich zu werden. Mit seinem Ratenkauf-Programm „My Handy“ hat das Unternehmen schon seit 2009 Erfahrungen im Bankengeschäft gesammelt.

Gleichzeitig könnte sich Telefónica über das Mobile-Konto einen Vorsprung im bevorstehenden Rennen um die Vorherrschaft im Mobile Payment verschaffen. Denn Mpass, der Mobile-Payment-Lösung, die Telefónica seit Jahren gemeinsam mit der Deutschen Telekom und Vodafone betreibt, gelingt der Durchbruch bisher nicht. Das O2-Konto könnte ein neuer Schritt in Richtung mobiles Bezahlen sein. ❚

Christina Cassala


Drei Tipps für erfolgreiche Bewegtbildinhalte

Bernadette Brown Vice President DACH und Benelux bei der Agentur Socialbakers

www.socialbakers.com

Bewegtbild ist der Premium-Content für Social Media: Social Videos erlangen eine durchschnittliche organische Reichweite von 8,7 Prozent der Follower beziehungsweise Fans. Damit erreichen sie im Allgemeinen mehr Nutzer als Bilder, Statusmeldungen oder Linkposts. Aber welche Art von Videos aktivieren Menschen und führen sie letzten Endes auf die Unternehmenswebsite? Drei Tipps:

1. Videos immer nativ posten

Noch vor Kurzem genügte es völlig, wenn Marken auf Facebook einen Link zu einem Youtube-Video teilten. Inzwischen gibt nahezu jedes soziale Netzwerk nativem Content den Vorzug. Nativ heißt, dass das Video direkt auf die jeweilige Plattform hochgeladen wird. Auf Facebook beispielsweise beobachten Publisher seit 2014 eine höhere Reichweite nativer Videos gegenüber Youtube-Videos. Marketer sollten also Videos immer in jedem Social-Media-Kanal gesondert hochladen.

2. Die richtigen Formate wählen

Generell gibt es nicht eine perfekte Videolänge für soziale Medien. So sind Vines-Videos sechs Sekunden, Instagram-Videos 15 Sekunden und Twitter-Videos bis zu 30 Sekunden lang. Auch inhaltlich gelten immer wieder andere Spielregeln: Auswertungen zeigen, dass Videos auf Instagram oder Facebook dann besonders erfolgreich sind, wenn auf eine Geschichte von elf bis zwölf Sekunden Länge ein Call-to-Action oder Branding von drei bis vier Sekunden folgt. Erfolgreiche Marken bedienen jeden Kanal mit einem für ihn geeigneten Videoformat.

3. Zum Hören verlocken

Während der ersten fünf Prozent der Spieldauer eines Videos entscheidet sich, ob ein Nutzer bis zum Ende schaut oder es überspringt. Eine Möglichkeit, den Zuschauer zu fesseln, sind Inhalte, die zum Anschalten des Tons verleiten. Dialoge zu Beginn eines Videos etwa machen den Zuschauer neugierig.

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