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Werbe-Newcomer SAP

Mit SAP Exchange Media steigt der Software-Anbieter in den Adtech-Markt ein

SAP XM verspricht mehr Transparenz und Kontrolle über Werbeausgaben

Das Ökosystem der digitalen Werbung ist intransparent und kompliziert. Mit dem Versprechen, die „derzeit komplexen und unübersichtlichen digitalen Prozesse im Media-Einkauf“ zu vereinfachen, hat nun auch die Softwareschmiede SAP den Online-Werbemarkt betreten. Mit ihrer neuen Mittler-Plattform „SAP Exchange Media“ (SAP XM) will SAP Anzeigenkunden und Publisher miteinander verknüpfen. Die direkte Verbindung von Marken mit dem Einzelhandel, von Werbeausgaben mit dem Inventar oder der Fakturierung mit dem Zahlungseinzug sei künftig zentraler Bestandteil des Mediageschäfts, erklärt das Unternehmen. SAP setzt dazu auf eigene Kernprodukte, in diesem Fall auf seine Cloud-Plattform „Hana“, und auf die weite Verbreitung seiner ERP- und CRM-Software bei großen Unternehmen weltweit.

SAP XM ist eine Demand-Side-(DSP)- und eine Daten-Management-Plattform und wendet sich an Werbungtreibende. Erste Pilotkampagnen laufen mit Beiersdorf und Deutsche Post DHL. Die Publisher-Seite wird über Supply-Side-Plattformen angeschlossen. Über SAP XM sollen Kundendaten direkt für die Auslieferung von Anzeigen genutzt werden, also Marketing- und Ad-Technology verknüpft werden. SAP verspricht eine „End-to-End-ROI-Analysefunktion“, die Verhinderung von Ad Fraud und insgesamt vereinfachte Prozesse. Die Branche verfolgt die Pläne von SAP aufmerksam.

Sacha Berlik, Managing Director EMEA bei The Trade Desk, einer DSP, meint, dass SAP langfristig ein relevanter Player auf der Buy-Side werden könne: „Mit der Datenbrille gesehen ist SAP ein echtes Dickschiff, welches massive Mengen an relevanten Daten in den programmatischen Marktplatz einbringen wird.“ Patrick Edlefsen, Managing Director beim Adtech-Anbieter Sizmek, kommentiert: „Für SAP gilt es zu beweisen, dass sie eine Lösung für den Markt zur Verfügung stellen, die den Status quo für Werbetreibende deutlich verbessert. Wenn SAP es schafft, kein neues Silo aufzubauen, und die direkte Beziehung zwischen Advertiser und Publisher transparent und offen gestaltet, dann könnte SAP langfristig zum Gegengewicht der großen Player werden.“

Spannend wird, welche Dienstleister in der Wertschöpfungskette mit dieser Plattform künftig umgangen werden. Mehr zu SAP XM im Interview mit Johann Freilinger, Mitgründer von SAP XM, auf Seite 4 und auf Internetworld.de

Ingrid Schutzmann


Vier Tipps zum Schutz gegen Angriffe von innen

Thomas Deutschmann

CEO der Brainloop AG

www.brainloop.com

DDoS-Attacken, Trojaner und Malware – viele halten Hackerangriffe von außen für das größte Sicherheitsrisiko. Doch die eigenen Mitarbeiter sind oftmals die größere Gefahr: Sie können ihre Zugriffsmöglichkeiten ohne großen Aufwand für den Datenmissbrauch nutzen. Fünf Tipps zum Schutz vor Innentätern:

1. Differenzierte Zugriffsrechte

Statten Sie Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen mit den passenden Zugriffsrechten aus. Damit wird das Sicherheitsziel des Need-to-know-Prinzips erfüllt: Wenn Dokumente und Daten nicht unmittelbar für eine Aufgabe benötigt werden, erhält der jeweilige Mitarbeiter keinen Zugriff. Durch verschiedene Abstufungen lassen sich unternehmensintern sogenannte „Chinese Walls“ hochziehen, die den Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Abteilungen verhindern. So lässt sich der Umfang des Datenverlusts begrenzen.

2. Sichere Zweifachauthentifizierung

Nutzen Sie eine zweistufige Authentifizierung. Für den Zugriff auf das System muss der Nutzer beispielsweise nicht nur sein Passwort, sondern zusätzlich eine SMS-TAN eingeben, die nur für eine Sitzung gültig ist. So können sich Innentäter trotz gestohlenem Passwort keinen Zugang zu sensiblen Daten verschaffen.

3. Informationen abschirmen

Zusätzlichen Schutz bietet das Abschirmen von Daten: Provider sollten zum Beispiel auf keinen Fall Zugriff auf die Dateien und Dokumente haben. Und auch die Rechte von Administratoren lassen sich auf jene Informationen beschränken, die für ihre Tätigkeiten relevant sind.

4. Historie revisionssicher aufzeichnen

Um einen Datendiebstahl durch einen Insider zu verhindern oder im Nachhinein aufzudecken, bietet es sich an, alle Vorgänge in einer revisionssicheren Historie aufzuzeichnen. Das ermöglicht einen durchgehend transparenten und nachvollziehbaren Informationsfluss.

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