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Facebook aus der Luft

Zugang zum Internet – und vor allem zu Facebook – soll die Drohne „Aquila“ in abgelegenen Gebieten ermöglichen. Ein erster Testflug war jetzt erfolgreich

„Aquila“, der Adler: Facebook hat einen Prototypen der Solardrohne getestet

Knapp zwei Drittel der Menschheit – etwa vier Milliarden Menschen – haben derzeit keinen Zugang zum Internet. Ein Grund ist, dass sie in schwer erreichbaren Gebieten mit schlechter Infrastrukturversorgung leben. Facebook-Chef Mark Zuckerberg will das ändern: Mit einem unbemannten Flugzeug soll das Internet selbst in entlegenste Ecken der Welt gelangen. Im April hatte Zuckerberg das Projekt auf der Entwicklerkonferenz F8 vorgestellt, jetzt hat „Aquila“, ein Prototyp der Drohne, erfolgreich einen ersten Testflug absolviert.

Die durch Solarenergie betriebene Drohne besteht aus Karbon und wiegt daher nur rund 400 Kilogramm, also deutlich weniger als ein Kleinwagen. Die Flügelspannweite entspricht der eines großen Passagierflugzeugs. „Aquila“ wird von einem Ballon in die Luft gebracht und fliegt dann in einer Höhe von 18.000 bis 27.0000 Metern. Drei Monate soll sie in der Luft bleiben können, bevor die Akkus nachgeladen werfen müssen. Ein Laserstrahl schickt das Internet-Signal an die Drohne. Von dort aus wird es mit einer Geschwindigkeit im zweistelligen Gigabit-Bereich über eine Entfernung von 16 Kilometern übertragen. So soll im Umkreis von 80 Kilometern rund um die Drohne ein Webzugang bestehen.

Noch allerdings ist die Technik nicht so weit: Beim ersten Flug blieb der kleinere Prototyp 90 Minuten in der Luft – dreimal so lange, wie die Techniker gehofft hatten. „Wir sind ermutigt, haben aber noch eine Menge Arbeit vor uns“, so der Facebook-Technikchef Jay Parikh. Bis zu einer Flugdauer von drei Monaten sei es noch ein langer Weg. Laut Parikh liegt der Weltrekord einer solarbetriebenen Drohne derzeit bei einer Flugdauer von zwei Wochen.

Netzneutralität im Fokus

Facebook ist nicht der einzige Konzern, der sich darum bemüht, die ganze Welt mit Internet zu versorgen: Google testet seit Jahren mit „Project Loon“ eine ähnliche Technologie mit Ballons. Zudem hat Google im Frühjahr 2014 den Drohnenhersteller Titan Aerospace gekauft – ein Unternehmen, an dem angeblich auch Facebook großes Interesse hatte. Facebook seinerseits hat nahezu zeitgleich den britischen Drohnenbauer Ascenta übernommen.

Das Ziel ist klar: Wenn Facebook das Web in unterversorgte Gebiete bringt, entscheidet auch Facebook, zu welchen Seiten und Services die Menschen Zugang haben – ein probates Mittel, die eigenen Dienste und Werbung zu pushen. Kritiker fürchten daher um die Netzneutralität, wenn Konzerne wie Facebook oder Google als Netzbetreiber fungieren, vor allem, wenn die Menschen nur wählen können, ob sie überhaupt keinen Webzugang haben oder eben einen über Facebook. In Indien haben bereits 750.000 Menschen per E-Mail bei der Telekommunikationsbehörde gegen Facebooks Pläne protestiert.

Christiane Fröhlich


In fünf Schritten zu personalisierten Inhalten

Michael Heuer

Area Vice President und Country Manager Central Europe des Cloud-Anbieters Acquia www.acquia.com/de

Viele Unternehmen wollen ihren Nutzern individuell an jeder beliebigen Stelle auf der Website die jeweils passenden Informationen bieten. Die wichtigsten Schritte zu einer Personalisierungsstrategie:

1. Ziele festlegen

Legen Sie Ziele der Personalisierung fest, um den Erfolg auch messen zu können. Mögliche Ziele sind: Konversionsraten steigern, Vertriebszyklen verkürzen oder Umsatz steigern.

2. Besucherdaten erfassen

Erfassen Sie die Daten zu den einzelnen Besuchern Ihrer Website und speichern Sie diese in einem einheitlichen Kundenprofil: Welche einzelnen Seiten steuert der Besucher an? Hat er persönliche Daten hinterlassen? Damit werden aus anonymen Besuchern ansprechbare Interessenten.

3. Besucher segmentieren

Werten Sie die erfassten Daten aus und verbinden Sie diese mit bereits vorhandenen Kundendaten. Segmentieren Sie Ihre Besucher nach gemeinsamen Interessen.

4. Programm erarbeiten

Grundlage für ein Personalisierungsprogramm ist die Definition der Segmente. Dazu gehört eine Dokumentation aller Aktivitäten eines Besuchers zu jedem Zeitpunkt der Customer Journey. In einem Personalisierungsprogramm wird auch festgelegt, welche Bilder, Texte und Inhalte in den einzelnen Segmenten präsentiert werden. Ebenfalls enthalten sind Hypothesen, die beschreiben, was einen Besucher letztlich zum Kauf veranlasst.

5. Ergebnisse auswerten

Testen Sie, ob Ihre Hypothesen dem tatsächlichen Verhalten der Interessenten und Kunden entsprechen und stellen Sie fest, was funktioniert und was nicht. Die Auslieferung personalisierter Inhalte ist ein iterativer Prozess, dessen Wirksamkeit fortlaufend getestet und angepasst werden muss.

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