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Niedergang auf Raten

Einst war Yahoo 125 Milliarden wert. Jetzt wird der Pionier für 4,8 Milliarden verkauft

Wird mit AOL vereinigt: Der Internet-Pionier Yahoo verliert mit dem Verkauf an Verizon seine Unabhängigkeit. Den Aktionären bleibt eine Beteiligung an Alibaba

Am 27. Juli beendete eine Presseerklärung die jahrelangen Spekulationen um die Zukunft von Yahoo. Der Telefon-und Internet-Provider Verizon übernimmt das Internet-Geschäft des Webpioniers für 4,8 Milliarden US-Dollar – ein Bruchteil dessen, was das Unternehmen zu seinen Hochzeiten im Jahr 2000 wert war. Der kostbarste Yahoo-Besitz, 15 Prozent der Anteile am chinesischen Online-Marktplatz Alibaba, bleibt bei den Aktionären. Im Jahr 2005 für weniger als eine halbe Milliarde Dollar gekauft, werden diese Aktien heute auf über 30 Milliarden taxiert.

Dem äußeren Anschein nach passen Verizon und Yahoo gut zueinander. Beide gelten nicht gerade als angesagte Brands, und beide haben Imageprobleme: Verizon hat erwiesenermaßen jahrelang eng mit dem US-Geheimdienst NSA zusammengearbeitet. Yahoo werfen Kritiker gar vor, durch Weitergabe von Daten an chinesische Behörden für die Verhaftung von Dissidenten verantwortlich zu sein.

Verizon verfolgt mit der Akquisition strategische Ziele: Yahoo soll mit dem einstigen Rivalen AOL verschmolzen werden; den hatte Verizon bereits 2015 übernommen. Und so soll gelingen, was Yahoo-Chefin Marissa Mayer in vier Jahren nicht schaffte: Die Millionen von Yahoo-Kundenkontakten besser zu monetarisieren. Wie es zum Verkauf des Internet-Pioniers kam, lesen Sie auf Seite 8.

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