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Zum Erfolg geklettert

Shop + Blog + Informationen: Mit dieser Mischung bindet Bergfreunde.de seit zehn Jahren erfolgreich Kunden und zieht außerdem Markenpartner an

Die Weichen für Wachstum sind gestellt: Im September bezieht Bergfreunde.de das neue Lager in Ergenzingen bei Reutlingen und vergrößert damit die Logistikkapazitäten um 60 Prozent. Der Spezialist für Outdoor- und Kletterausrüstung erzählt eine Wachstumsgeschichte der schwäbischen Art: Ohne großes Geschwätz hat das Unternehmen, das bis heute knapp 200 Stellen schuf, seinen Umsatz in den letzten drei Jahren von 13 auf mehr als 35 Millionen Euro in etwa verdreifacht. Und ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen – obwohl die Outdoor-Branche schwächelt. „Wir waren immer profitabel, und zwar vom ersten Jahr an“, stellt Geschäftsführer Matthias Gebhard fest. „Das gehört eben zu unserer DNA.“

Die Gründer Martin und Swantje Theben bauten ihren Online-Shop vor zehn Jahren mit eigenem Geld und einem Darlehen der Sparkasse auf. Sie machten ihr Portal mithilfe von Suchmaschinenmarketing und cleveren Affiliate-Programmen bekannt und legten viel Wert auf die Qualität der Waren, auf Beratung und Service: Bergfreunde.de liefert innerhalb eines Tages, Bestelltes kann bis zu 30 Tage später wieder zurückgegeben werden.

Schwäbische Pfennigfuchser zieht Bergfreunde.de aber nicht an. „Jeder Artikel ist sicher immer irgendwo günstiger zu finden“, sagt Gebhard. „Mit Preisagression rechnen sich die Investitionen in Service, Logistik, Beratung und Content nicht.“ Die Kundenkartei von Bergfreunde.de nennt rund 250.000 Namen, ein großer Teil der Kunden bestellt regelmäßig. Beobachter erklären sich diesen Erfolg mit dem Gemeinschaftsgefühl, das Bergfreunde.de durch den Blog – Basislager genannt –, durch umfassende Produktinformationen und attraktive Bilder schafft. Berichten Mitarbeiter über Aufgaben oder Herausforderungen am Berg oder posten Fotos von Produkttests, entsteht neuer Content für Shop und Social-Media-Kanäle – und bei den Kunden der Eindruck von Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit.

Die Mischung kommt an: „Das Unternehmen hat sich eine Art Community geschaffen“, sagt Jan Lorch, Geschäftsführer Vertrieb bei der Outdoor-Marke Vaude.

„Bergfreunde.de kennt die Bedürfnisse seiner Kunden und richtet das Sortiment stringent danach aus.“ Deshalb arbeitet die Outdoor-Marke seit Beginn mit dem Shop zusammen. „Als das Thema E-Commerce aufkam, nahmen wir uns vor, nicht nach Offline oder Online, sondern nach guten und schlechten Händlern zu differenzieren“, so Lorch. „Bergfreunde.de hatte durch die spitze Zielgruppe viel Potenzial.“

Auch Dachstein, Hersteller von Bergschuhen und seit etwa zwei Jahren Lieferant von Bergfreunde.de, lobt die Bemühungen um Warenkunde und Aufklärung: „Bergfreunde.de schafft ein hohes Maß an Kompetenz durch ein breites Produkt- und Markenportfolio“, sagt Vertriebsmanager Christian Wolsegger. „Professionelle Bilder und Beschreibungen geben einen guten Überblick über Trends.“

Zehn Jahre nach dem Start schaut das Bergfreunde-Team nun über die Grenzen und will in Europa weiterwachsen. Das nächste Kapitel der Wachstumsgeschichte wird damit aufgeschlagen. ❚

Florian Bergener/vs


Bergfreunde.de – ein Gipfelstürmer

• Bergfreunde.de wurde von Martin und Swantje Theben gegründet und startete 2006.

• 2008 erzielte der Shop für Outdoor-Ausrüstung und Sportmode 3,6 Mio. € Umsatz, 2015 rund 35 Mio. €.

• Bergfreunde.de beschäftigt 170 Mitarbeiter.

• 2013 kaufte die US-Outdoorkette Backcountry.com Bergfreunde.de. Die Gründer haben das Unternehmen inzwischen verlassen.

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